Bessere Chancen für erfolgreichen Schulstart
Reformierte Schuleingangsuntersuchung startet ab Juli 2026
Amberg/Amberg-Sulzbach. Für einen bestmöglichen Schulstart findet die Schuleingangsuntersuchung nach einer Umstellungsphase zur Verbesserung der Chancengleichheit ein Jahr früher statt.
Warum wurde die Schuleingangsuntersuchung reformiert?
In den letzten Jahren haben sich die Erkenntnisse verändert, wie der Schuleinstieg gestaltet werden kann. Wichtig ist weniger die Frage, ob ein Kind „schulfähig“ ist, sondern vielmehr, ob das Kind Hilfen für den erfolgreichen Übertritt vom Kindergarten in die Schule benötigt. Das Konzept der Schuleingangsuntersuchung wurde daher überarbeitet und im Rahmen eines Pilotprojektes („Gesundheits- und Entwicklungsscreening im Kindergartenalter“ (GESiK)) erfolgreich erprobt.
In dem Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg und wird dieses neue Konzept nun ab Juli 2026 unter dem Namen „reformierte Schuleingangsuntersuchung“ (rSEU) eingeführt.
Derzeit liegt der Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung in Bayern zwischen 12 und 3 Monate vor Schulbeginn. Oft reicht Kindern mit Entwicklungsrückständen diese Zeit nicht aus, um bis zum Schul-eintritt durch Förderung aufzuholen. Besonders kritisch sind auch Störungen des Sehens oder Hörens, für deren Behandlung es eine sensible Phase in der frühen Kindheit gibt. Lesen, Schreiben und Rechnen sind zentrale kulturelle Fähigkeiten. Etwa jedes achte Schulkind in Deutschland erfüllt die Kriterien für eine schulrelevante Teilleistungsstörung wie Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Diese Störungen nehmen nicht selten einen chronischen Verlauf und können mit der Entstehung von Verhaltensstörungen einhergehen. Vorläuferfähigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens werden im Kindergartenalter erworben und sind in diesem Alter erfassbar. Es bieten sich vielfache kindgerechte Möglichkeiten, diese Vorläuferfähigkeiten zu üben.
Was wurde bei der Schuleingangsuntersuchung reformiert?
Das Konzept der reformierten Schuleingangsuntersuchung umfasst zwei wesentliche Aspekte: zum einen die Erweiterung des Untersuchungsspektrums und zum anderen eine Vorverlegung des Untersuchungszeitpunktes um ein Jahr. Die Kinder sind zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung somit zwischen 4 und 5 Jahre alt. Alle Testbereiche sind an das jüngere Alter der Kinder angepasst. An dem Einschulungszeitpunkt und dem Einschulungsalter ändert sich nichts.
Ziel: Chancengleichheit für alle Kinder
Um allen Kindern den bestmöglichen Start ins Schulleben zu ermöglichen, ist es wichtig, frühzeitig individuelle Unterstützung bereitzustellen. Bei auffälligen Ergebnissen können gezielte und kindgerechte Maßnahmen zur Förderung angestoßen werden – entweder in der Familie oder mit professioneller Begleitung.
Durch die flächendeckende Einführung der reformierten Schuleingangsuntersuchung soll sichergestellt werden, dass alle Kinder in Bayern vergleichbare Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulstart haben. Dabei ist das Netzwerk aus Kindergärten, Kinderärzten, Frühförderstellen, sowie Praxen für Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Heilpädagogik und Psychotherapie am bedeutungsvollsten für die unterstützenden Maßnahmen.
Für welche Kinder gilt die rSEU?
Ab Juli 2026 werden erstmals die Kinder des Landkreises Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg, die zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 30. September 2021 geboren sind, zur reformierten Schuleingangsuntersuchung eingeladen. Zunächst werden die ältesten Kinder aus dem oben genannten Zeitraum untersucht. Während der Umstellungsphase werden noch nicht alle Kinder im vorletzten Kindergartenjahr untersucht.
Die Umstellung dauert ca. 3 Jahre.
Die entsprechende Einladung mit weiterführenden Informationen zur rSEU erhalten die Eltern rechtzeitig vom Gesundheitsamt.
Weitere Informationen gibt es unter www.kreis-as.de/schuleingangsuntersuchung.
Quelle: Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach