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31.07.2026

Energienutzungsplan

für den Landkreis entsteht

Amberg-Sulzbach. Energie dort erzeugen, wo sie gebraucht wird, richtig speichern und ein vernünftiges Stromnetz schaffen - lauter Themen des Energienutzungsplanes für den Landkreis. Die beauftragten Experten stellten das Projekt jetzt den Kommunen, Institutionen und Netzbetreibern vor.

Der Landkreis Amberg-Sulzbach arbeitet seit Dezember 2025 an der Einführung eines digitalen Energienutzungsplans (ENP). Er soll als sogenannter „digitaler Zwilling“ die regionale Energiewende steuern, den Ausbau von Solar- und Windkraft koordinieren und eine stets aktuelle datenbasierte Grundlage für Kommunen bieten. Für das Projekt wurden im Kreishaushalt 2026 insgesamt 200.000 Euro bereitgestellt, es werden bis zu 70 Prozent Förderung erwartet. „Ziel ist es, den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie Energiespeichern besser zu koordinieren. Die Ausarbeitung übernehmen Fachleute der OTH Amberg-Weiden, genauer gesagt vom Institut für Energietechnik (IFE)“, erklärte Landrat Richard Reisinger bei der Präsentation.

Im König-Ruprecht-Saal im Landratsamt stellte Prof. Markus Brautsch vom IFE zunächst die Zielsetzung des Planes vor, den sein Institut erarbeitet. Auf der Agenda stünden zum einen die Steuerung, also die bessere Koordination von Windenergie, Solaranlagen und Energiespeichern, aber auch die kommunale Hilfe durch Bereitstellung von Wärmekatastern und Wärmedichtekarten für Gemeinden. Als Bürgerservice komme die Nutzung eines Solarpotenzialkatasters zur einfachen Planung von Dach-Anlagen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen hinzu.

Zu vermeiden sei ein unkoordinierter Ausbau der Erneuerbaren Energien. „Es gilt künftig, den idealen Mix aus Investitionen in Anlagen zur Erzeugung, Speichertechnologien und Netzinfrastruktur im Verhältnis zu den möglichen Erträgen der regionalen Erzeugung oder Energieexports zu finden“, erklärte Brautsch, der den Energienutzungsplan als „mögliches Steuerungsinstrument der koordinierten Energiewende“ klassifizierte. Daraus ergebe sich natürlich auch ein Mehrwert für Landkreis und Kommunen. Zudem könne ein ENP auch zeigen, welche Speichertechnologien an welchen Orten zu welchen Zeiten am sinnvollsten seien.

Maximilian Conrad vom Institut machte am Beispiel des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken, den das IFE schon betreut, anhand einer Bestandsanalyse deutlich, wie sich Strom, Wärme und fossile Kraftstoffe in Privathaushalten, Wirtschaft und Verkehr verteilen und wie sie sich bis 2040 verändern lassen. Durch Einsparung oder Transformation sinke der Anteil der Wärme, der Stromverbrauch aber steige. Ermittelt wurden hier die Potenziale zum Ausbau erneuerbarer Energien und das Energie-Szenario. Ergebnis: Es entstehe mehr erneuerbare Energie als man brauche - dieser Landkreis gelte jetzt schon als „Rückspeise-Landkreis“. Das habe dort auch Auswirkungen auf die Analyse möglicher neuer Standorte für Gewerbegebiete. Conrad bilanzierte, dass eine koordinierte, vorausschauende Planung und Umsetzung sowohl zum Erreichen der bundesweiten Klimaschutzziele als auch zu einer gesteigerten regionalen Wertschöpfung beitrügen.

Nach dem vielversprechenden Auftakt, so die Pressemitteilung weiter, stehe nun die Ausarbeitung eines Maßnahmenkataloges in enger Abstimmung mit der Steuerungsrunde an, blickte Professor Markus Brautsch voraus. Es werde um die Prüfung des Einsatzes von netzdienlichen Batteriespeichern, um Umspannwerke und Hochspannungsnetze gehen, aber auch um die Koordinierung der Kommunalen Wärmeplanung der einzelnen Kommunen. Außerdem soll es einen Workshop mit den Netzbetreibern von Strom und Erdgas im Landkreis zur Abstimmung von Methodik und Datenerhebung geben. Geplant sind auch Runde Tische zu Wärmenetzen und zum Energieholzpotenzial. Zur Diskussion komme auch das Wasserstoff-Konzept für den Landkreis.

Und zu guter Letzt befasste sich die Runde auch mit dem energetisch hocheffizienten Betrieb der kommunalen Gebäude und Landkreis-Liegenschaften. Als Dauer für die Untersuchungen, Gespräche und Datenerhebungen veranschlagten Brautsch und Conrad zwölf bis 15 Monate.

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