Dialektpreis Bayern 2026
Dieter Radl aus Sulzbach-Rosenberg ausgezeichnet
München/Sulzbach-Rosenberg. „Dialekt ist weit mehr als eine Art zu sprechen: Er ist Ausdruck unserer Heimat und unserer kulturellen Vielfalt. Gleichzeitig schafft er Nähe, vermittelt Zugehörigkeit und verbindet Generationen. Mit unserem Dialektpreis würdigen wir besondere Botschafterinnen und Boschafter bayerischer Mundarten. Mit ihrem Engagement halten sie die sprachliche Vielfalt lebendig. Sie setzen sich mit Leidenschaft und Kreativität dafür ein, dass Dialekte gesprochen, gehört und geschätzt werden. Der vielfältige Empfängerkreis des Dialektpreises 2026 – beispielsweise aus Musik, Literatur, Theater oder Medien – beweist: Wie verschieden die Tätigkeitsfelder auch sind – allen acht Preisträgerinnen und Preisträgern gemeinsam ist ihr außergewöhnliches Engagement für bayerische Mundarten. Daneben zeigt die beeindruckende und vielfältige Resonanz beim dritten Dialektpreis Jugend unter dem Thema ‚Dialekt ist Heimat‘, dass Dialekt modern ist und die junge Generation begeistert“, freute sich Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Preisverleihung gestern in der Allerheiligen-Hofkirche in München.
Der diesjährige „Dialektpreis Bayern“ geht u. a. nach Sulzbach-Rosenberg
Dieter Radl aus Sulzbach-Rosenberg bringt Heimat zum Sprechen, zum Lachen und zum Singen. Der pensionierte Sonderschullehrer ist Mundartdichter, Autor, Erzähler, Theatermacher und Musiker – ein Multitalent und Reisender in Sachen Oberpfälzer Mundart. Seit Jahrzehnten begeistern seine Mundartabende unter dem Motto „Gredd wai da Schnowl gwaggsn is“ mit Anekdoten, Gedichten, Liedern oder kleinen Theaterstücken. Für Dieter Radl ist Dialekt die sprachliche Sichtbarkeit der Heimat, schon ein „daham“, „dahoim“ oder „dahoam“ kann verraten, woher jemand kommt. Er ist nicht nur Unterhalter, sondern auch genauer Beobachter und Kenner regionaler Sprachräume und holt fast vergessene Wörter und Figuren des Dialekts zurück ins Gedächtnis wie etwa Bissgurn, Springginkerl oder Husadirl, heißt es in der Begründung der Jury.
Der vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat seit 2017 verliehene und mit je 1.000 Euro dotierte „Dialektpreis Bayern“ würdigt besondere Verdienste um die Mundarten in Bayern. Pro Regierungsbezirk ist jährlich eine Auszeichnung vorgesehen, zusätzlich gibt es einen Preis für die sudetendeutsche Mundartpflege. Die Vorschläge für die Preisträgerinnen und Preisträger werden grundsätzlich im Vorfeld von den bayerischen Bezirksheimatpflegerinnen und Bezirksheimatpflegern eingereicht.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat