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28.07.2026

Grundwasser schützen

90 000 Euro für Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura 

Beratzhausen/Amberg-Sulzbach. Mit einem offiziellen Förderbescheid ist am 22. Juli 2026 im Trinkwasserschutzgebiet Beratzhausen der öffentliche Kick-Off für ein neues außergewöhnliches Projekt zum Schutz von Grund- und Trinkwasser, durch Öko-Landbau, gefallen. An der Veranstaltung nahmen rund 40 Personen teil. Amtsleiter Kurt Hillinger vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE) übergab die Förderzusage in Höhe von knapp 90.000 Euro an Franz Herrler, den 1. Vorsitzenden des Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura (TWS). Der Förderzeitraum läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 20. September 2027.

Der TWS Oberpfälzer Jura kooperiert mit den Ökomodellregionen Stadt und Landkreis Regensburg, Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg, Landkreis Kelheim sowie Neumarkt i.d.OPf. Das Projekt „Entwicklung von regionalen Bio-Wertschöpfungsketten für Druschfrüchte für den präventiven Grund- und Trinkwasserschutz im Oberpfälzer Jura“ verfolgt die gleichen Ziele wie die ÖMRs: die Produktion und Vermarktung heimischer Bio-Lebensmittel voranzubringen und die regionale Identität bewusst zu machen.

Mit der Förderung über „Außergewöhnliche Projekte“ setzt das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung, Forsten und Tourismus ein klares Zeichen für den ökologischen Landbau und die regionale Entwicklung. Denn seit 2021 können die bayerischen Öko-Modellregionen die Begleitung außergewöhnlicher Projekte und Ideen, die die ökologische Landwirtschaft stärken und weiterentwickeln, mit bis zu 50 Prozent bezuschusst bekommen. Den restlichen Anteil tragen die Projektträger selbst. Damit soll in der Region Oberpfälzer Jura mit knapp 180.000 Euro der präventive Trinkwasserschutz durch den Öko-Landbau gestärkt werden. Treibende Kraft soll dabei der Aufbau neuer Absatzmöglichkeiten für Bio-Druschfrüchte sein. Über 400 000 Wasserkunden profitieren davon und können ihrerseits die Reinheit ihres Trinkwassers durch den Kauf heimischer Bio-Produkte unterstützen.

Eine besondere Rolle spielt die biologische Landbewirtschaftung. Sie weist tendenziell eine höhere Wasserhaltefähigkeit und höhere Infiltrationsraten auf. Dadurch kann mehr Wasser im Boden gespeichert werden und versickern, was die Grundwasserneubildung unterstützt. Gleichzeitig leistet sie aktiven Hochwasserschutz, weil Böden Niederschläge besser aufnehmen können. Ebenso bietet der im Öko-Landbau verankerte vollständige Verzicht auf Herbizide beste Voraussetzungen für einen nachhaltigen Schutz der Grundwasservorkommen. Dadurch leistet die Arbeit der Bio-Landwirtinnen und Landwirte einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl und soll durch das Projekt gezielt unterstützt und gewürdigt werden.

Ein weiterer Baustein ist eine Befragung der umstellungsinteressierten Betriebe. Sie soll zeigen, welche Herausforderungen, Unsicherheiten und Unterstützungsbedarfe es rund um Trinkwasserschutz, regionale Wertschöpfung und landwirtschaftliche Praxis gibt. So können die weiteren Maßnahmen gezielt an den Bedürfnissen der Landwirtschaft ausgerichtet werden. Damit verbindet das Projekt ökologische Verantwortung mit regionaler Entwicklung und dem Blick auf kommende Generationen. Trinkwasserschutz betrifft alle Menschen, sichert eine zentrale Lebensgrundlage und soll mehr Bewusstsein für regionale Öko-Landwirtschaft und Öko-Lebensmittel schaffen.

Die Förderung soll den Dialog zwischen Landwirtschaft, Wasserschutz, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie weiteren Partnern vertiefen und konkrete Schritte in der Region voranbringen.

Hintergrund:

Die Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura ist ein Zusammenschluss aus 11 Wasserversorgern. Sie betreut 26 Wasserschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 15.000 ha. Jährlich fördern ihre Mitglieder 22.000.000 Kubikmeter Wasser und versorgen damit rund 450.000 Einwohner. Zu ihren Mitgliedern zählen:

Rewag

Stadtwerke Burglengenfeld

Stadtwerke Maxhütte-Haidhof

Markt Regenstauf

Stadt Velburg

Zweckverband (ZV) Eichlberger Gruppe

ZV Hohenschambach

ZV Jachenhausener Gruppe

ZV Laber-Naab

ZV Naab-Donau-Regen

ZV Vils-Naab-Gruppe

Quelle: Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura

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