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07.07.2026

Pflegeberatung

Nicht allein, wenn das Leben plötzlich anders wird

Amberg-Sulzbach. Es war einer dieser Momente, die Angehörige wohl nie vergessen. Ein schwerer Schlaganfall vor 20 Monaten hatte das Leben des fast 70-jährigen Wolfgang H. (Name der Redaktion bekannt) von einem Moment auf den anderen komplett auf den Kopf gestellt. Seine linke Körperhälfte war vollständig gelähmt, wochenlang kämpfte er in der Rehaklinik darum, wieder ein Stück Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Doch je näher der Entlassungstag rückte, desto größer wurde die Sorge der Familie.

Die Aussage der Rehaklinik war eindeutig: Eine Versorgung zu Hause sei nicht möglich, der Weg von Wolfgang H. führe unweigerlich ins Seniorenheim. Für seine Tochter Rosi brach in diesem Moment eine Welt zusammen, denn sie wusste, dass ihr Vater nach Hause, in die eigenen vier Wände, wollte. Aber sie wusste nicht, wie das funktionieren sollte. "Als mir gesagt wurde, mein Vater könne nie wieder nach Hause, hatte ich das Gefühl, dass uns jede Hoffnung genommen wurde. Ich wusste einfach nicht mehr, wie es weitergehen sollte", beschreibt Tochter Rosi die fast ausweglose Situation damals.

Mit vielen Fragen und noch viel mehr Fragezeichen und vor allem Unsicherheit suchte sie Hilfe, die sie schließlich bei der Pflegeberatungsstelle am Landratsamt Amberg-Sulzbach fand.

Im ersten Gespräch mit der Pflegeberaterin Charlene Rubenbauer ging es nicht um Formulare oder Anträge, sondern um ihren Vater Wolfgang. Was kann er noch selbst? Wobei braucht er Unterstützung? Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt? Gemeinsam betrachten die beiden Frauen die Gesamtsituation von Wolfgang H., seine Erkrankung, seine vorhandenen Fähigkeiten und nicht zuletzt die Herausforderungen, die vor ihm lagen. "Ich sage den Angehörigen immer: Wir schauen nicht zuerst auf das, was nicht mehr geht. Wir schauen auf das, was möglich ist. Für fast jede Situation gibt es Unterstützung, und genau diese Möglichkeiten suchen wir gemeinsam", fasst Pflegeberaterin Charlene Rubenbauer das Erstgespräch zusammen.

Hoffnungslosigkeit wich der Zuversicht

Nach und nach wich die Hoffnungslosigkeit einer neuen Zuversicht. Ein Pflegegrad wurde beantragt, Ergo- und Physiotherapie organisiert, ein Rollstuhltaxi für Arzt- und Therapiebesuche gefunden und notwendige Wohnraumanpassungen auf den Weg gebracht. Zudem wurden Leistungen wie das Landespflegegeld beantragt oder auch die Grundpflege im Bett und eine spezielle Augenpflege sichergestellt. Schritt für Schritt entstand ein stabiles Versorgungsnetz. Als sich nach mehreren Monaten der Alltag etwas eingespielt hatte, kam noch die Tagespflege hinzu. Sie schenkte dem fast 70-Jährigen neue Kontakte und Abwechslung, und seinen Angehörigen wertvolle Entlastung, Zeit zum Durchschnaufen. Heute lebt Wolfgang H. dort, wo er immer bleiben wollte: in seinem Zuhause. "Alleine hätten wir das niemals geschafft. Durch die Beratung wussten wir plötzlich, welche Hilfen es gibt und dass wir diesen Weg nicht alleine gehen müssen. Dafür bin ich unendlich dankbar", berichtet die Tochter von Wolfgang H. überglücklich.

Die Geschichte von Wolfgang H. zeigt, dass sich hinter einer ersten Einschätzung oft noch viele Möglichkeiten verbergen. Was zunächst unmöglich erscheint, kann mit der richtigen Beratung, guter Planung und einem starken Netzwerk gelingen. Und genau dafür ist die Pflegeberaterin Charlene Rubenbauer am Landratsamt Amberg-Sulzbach da. Denn Pflege bedeutet weit mehr als Versorgung. Pflege bedeutet Zuhören, Mut machen, Wege aufzeigen und Menschen miteinander verbinden. „Niemand muss sich allein durch den Dschungel aus Anträgen, Leistungen und Zuständigkeiten kämpfen“, so Rubenbauer.

Wir alle werden älter, niemand weiß, wann das Thema Pflege plötzlich die eigene Familie betrifft. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig zu wissen, welche Hilfen es gibt und wo man Unterstützung findet, fasst es die Pflegeberaterin zusammen.

Dabei muss sich niemand schämen, Hilfe anzunehmen oder Rat zu suchen. Im Gegenteil: Wer früh fragt, schafft oft die besten Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben. "Es kostet manchmal Überwindung, um Hilfe zu bitten. Aber genau dafür sind wir da“, erzählt Pflegeberaterin Charlene Rubenbauer. „Niemand ist auf sich alleine gestellt. Ich nehme mir Zeit, höre zu und suche gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Familien nach Lösungen, bei Bedarf auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten".

Viele Hilfen im Landkreis

Die Pflegeberatungsstelle am Landratsamt Amberg-Sulzbach arbeitet dabei Hand in Hand mit einem starken Netzwerk, unter anderem mit dem Seniorenmosaik, der AOVE, der Fachstelle für pflegende Angehörige in Ensdorf und Sulzbach-Rosenberg oder der SEGA. Gemeinsam verfolgen alle Beratungsstellen ein Ziel: Menschen so zu unterstützen, dass sie möglichst lange dort leben können, wo sie sich am wohlsten fühlen, in ihrem eigenen Zuhause.

Bei Wolfgang H. und seiner Familie ist genau das gelungen. Was zunächst unmöglich schien, wurde dank der Pflegeberatungsstelle am Landratsamt Amberg-Sulzbach mit einer guten Planung, der richtigen Unterstützung und einem starken Netzwerk Wirklichkeit: Wolfgang H. konnte in sein Zuhause zurückkehren und darf in seiner vertrauten Umgebung bei seiner Familie leben.

Kontakt Pflegeberatungsstelle

Charlene Rubenbauer

Telefon: 09621 39-165

E-Mail: pflegeberatung@amberg-sulzbach.de 


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