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21.10.2026

Inklusion in Kindertageseinrichtungen

Fachtagung im Landratsamt

Amberg-Sulzbach. Wie können Kindertageseinrichtungen (Kitas) so gestaltet werden, dass alle Kinder unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen gleichberechtigt am Alltag teilhaben können? Mit dieser Frage beschäftigten sich 82 Fachkräfte bei der Auftaktveranstaltung des Arbeitskreises (AK) Inklusion in Kitas bei einer Fachtagung im Landratsamt.

Der Arbeitskreis ist ein gemeinsames Projekt der Jugendämter des Landkreises Amberg-Sulzbach, der Stadt Amberg und des Landkreises Schwandorf sowie der Lebenshilfe. Ziel ist es, pädagogische Fachkräfte bei der Umsetzung inklusiver Ansätze in Kitas zu unterstützen, den fachlichen Austausch zu fördern und konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Kita-Alltag aufzuzeigen.

Nach der Begrüßung durch Jugendamtsleiter Thomas Schieder stand der Vortrag von Sabine Stein-Kourim zum Thema „Inklusion in der Kita – Pädagogische Bausteine, Chancen und Stolpersteine“ im Mittelpunkt. Die Expertin für Kindergartenpädagogik, Frühförderin und Elterntrainerin mit langjähriger Leitungserfahrung im Kita- und Trägerbereich erläuterte die grundlegenden Prinzipien der Inklusion. Dabei bezog sie sich auf die Definition des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Inklusion bedeutet demnach, die Gesellschaft so zu gestalten, dass alle Menschen mit ihren individuellen Unterschieden gleichberechtigt teilhaben können. Niemand soll ausgeschlossen werden.

Das erfordere einen Perspektivwechsel, so Stein-Kourim: Nicht der einzelne Mensch müsse sich an bestehende Strukturen anpassen und mit Barrieren zurechtkommen. Vielmehr gelte es, Barrieren abzubauen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Die Referentin machte deutlich, dass Inklusion weder eine einzelne Methode noch ein festgelegtes Modell ist. Vielmehr handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess, der auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet – von der persönlichen Haltung pädagogischer Fachkräfte über die Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und institutioneller Strukturen bis hin zur gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.

Wie sich diese Grundgedanken in der Praxis umsetzen lassen, verdeutlichte die Referentin anhand verschiedener Handlungsfelder. Auf persönlicher Ebene gehe es darum, die eigene Haltung gegenüber Vielfalt und Unterschiedlichkeit zu reflektieren und zu hinterfragen, wie diese das pädagogische Handeln beeinflusst. Auf der Ebene der Interaktion seien vielfältige Kontaktmöglichkeiten, ein sensibler Umgang mit Ausgrenzung und die individuelle Gestaltung von Bildungsprozessen wichtig.

Ebenso bedeutsam sei die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Umfeld des Kindes – vom Kita-Team über die Familie bis hin zu Fachdiensten. Die Expertin empfahl, das einzelne Kind mit seinen Bedürfnissen wahrzunehmen und ihm Raum zur Entwicklung zu geben. Dafür brauche es eine wertschätzende Haltung, die Unterschiede anerkenne und Teilhabe ermögliche.

Für die praktische Umsetzung von Inklusion zeigte Stein-Kourim verschiedene Entwicklungsfelder auf. Dazu zählen der Ausbau des Fachwissens, die Weiterentwicklung interner Strukturen sowie eine klare Verständigung über Rollen und Aufgaben im Team. Darüber hinaus seien die Beteiligung von Kindern und Eltern Hier komme es darauf an, die Perspektive der Familien einzunehmen, ihnen wertschätzend zu begegnen und die Entwicklungsbegleitung des Kindes als partnerschaftlichen Prozess auf Augenhöhe zu verstehen.

Ziel der Veranstaltung war es, dem Fachpublikum grundlegendes Wissen über die Rahmenbedingungen von Inklusion zu vermitteln, ein gemeinsames Verständnis des Begriffs zu entwickeln und konkrete Möglichkeiten für die Arbeit in Kitas aufzuzeigen. Die Auftaktveranstaltung bot damit eine fachliche Grundlage für die weitere Arbeit des Arbeitskreises.

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