Stützmauer an der Kreisstraße in Oed soll erneuert werden
Landkreis plant Sanierung für rund 650.000 Euro
Oed/Weigendorf. Die stark beschädigte Stützmauer an der Kreisstraße AS 38 in der Ortsdurchfahrt Oed soll durch einen Ersatzneubau gesichert werden. Das beschloss der Bau- und Planungsausschuss des Landkreises Amberg-Sulzbach einstimmig in seiner aktuellen Sitzung. Der Landrat wurde von den Kreisräten ermächtigt, den notwendigen Grunderwerb durchzuführen und die erforderlichen Verträge abzuschließen. Die Bauarbeiten sind für das kommende Jahr 2027 eingeplant.
Untersuchungen der rund 50 Meter langen Stützmauer aus Kalkbruchsteinen am östlichen Hangfuß des Lehnentals hatten neben sichtbaren Ausbrüchen auch eine grundlegend geschädigte Bausubstanz und eine unzureichende Tragfähigkeit ergeben. Die Kreisstraße ist deshalb derzeit halbseitig gesperrt und kann erst nach Abschluss der Bauarbeiten wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden.
Spritzbetonschale als praktikabelste Lösung
Wie Matthias Kolb, Leiter des Tiefbauamts am Landratsamt Amberg-Sulzbach, den Kreisräten berichtete, wurden im Vorfeld „verschiedene Planungsvarianten durchgespielt“. Eine reine Sanierung der bestehenden Mauer erwies sich dabei als problematisch. Eine statische Nachrechnung ergab, dass die erforderliche Standsicherheit nur mit umfangreichen Ertüchtigungsmaßnahmen erreicht werden könnte. Auch die heute geltenden Anforderungen an die Verkehrslasten könnten mit dem bestehenden Bauwerk nicht ohne Weiteres erfüllt werden.
Als weitere Möglichkeit wurde ein vollständiger Ersatzneubau als Winkelstützmauer geprüft. Dafür müsste die bestehende Mauer abgebrochen und wegen der dann fehlenden Abstützung auch der gesamte Straßenaufbau ausgebaut werden. Zusätzlich wären umfangreiche Sicherungsmaßnahmen am Hang erforderlich. Nach Angaben des Landkreises würden die Baukosten dabei etwa das Zwei- bis Dreifache der nun vorgesehenen Variante betragen. Außerdem müsste die Kreisstraße während der gesamten Bauzeit voll gesperrt und großräumig umgeleitet werden.
Vorgesehen ist deshalb laut Matthias Kolb eine vorgesetzte, bewehrte Spritzbetonschale. Die bestehende Kalkbruchsteinmauer bleibt dabei erhalten. Die neue Schale wird mit Mikropfählen in drei Lagen rückverankert. Drainagebohrungen und Sickerrohre sollen die Entwässerung des Bauwerks gewährleisten. Auch die Verkehrssituation soll verbessert werden. Geplant sind eine neue Bauwerkskappe mit einer nutzbaren Breite von einem Meter sowie ein 1,10 Meter hohes Geländer.
Ein wesentlicher Vorteil dieser Lösung: Die Straße muss für die Arbeiten nicht vollständig außer Betrieb genommen werden. Der Verkehr soll laut Tiefbauamtsleiter während der Bauphase überwiegend einspurig weiterlaufen können. Lediglich für einzelne Arbeitsschritte soll die Straße kurzzeitig komplett für den Verkehr gesperrt werden.
Rund 650.000 Euro Gesamtkosten
Die Gesamtkosten der Maßnahme werden derzeit auf rund 650.000 Euro geschätzt. Davon entfallen rund 530.000 Euro auf die Baukosten. Nach Angaben von Matthias Kolb sind 543.400 Euro der Gesamtkosten nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zuwendungsfähig. Bei einem Fördersatz von 50 Prozent, der laut Kolb „konservativ angesetzt“ ist, werden Fördermittel von rund 271.700 Euro erwartet. Der verbleibende Eigenanteil des Landkreises liegt damit bei rund 378.400 Euro. Womöglich fällt der Fördersatz der Regierung aber höher aus, sodass sich die Kosten für den Landkreis verringern würden. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr ausgeschrieben und ausgeführt werden.