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20.05.2022

Nachhaltigkeitsrat fördert neun Leitbild-Projekte im Landkreis

Landrat lobt Ideenreichtum der Antragsteller.

Amberg-Sulzbach. „Was mich immer wieder überrascht, ist die Vielzahl der sinnvollen Projekte“, stellte Landrat Richard Reisinger fest: Bei der ersten von zwei jährlichen Sitzungen des Nachhaltigkeitsrates des Landkreises Amberg-Sulzbach ging es um insgesamt neun Anträge auf Förderung mit einer Höchstquote von jeweils bis zu 1000 Euro im Rahmen der Richtlinie „Projektförderung Leitbild“. Die Entscheidungen fielen übrigens alle einstimmig. Hier die mit Förderung bedachten Projekte:

Der Spielplatz in der Kornbergstraße in Auerbach grenzt an den Speckbach an. ln Zusammenarbeit mit dem Bauhof Auerbach, Nachbarn, interessierten Familien und Kindern (Hort St. Josef) verhilft die Ortsgruppe des Bundes Naturschutz dem Gelände zu einem nachhaltigen Upgrade. Geplant sind unter anderem eine ökologische Renaturierung der Uferböschung, ein Kräuterbeet und ein Naschgarten. „Die ökologische Ausgestaltung eines Spielplatzes in Auerbach und des Speckbachufers innerorts in Gemeinschaft von Bauhof und Familien ist innovativ, ebenso das gestalterische Mitwirken von Kindern“, betonte Regionalmanagerin Katharina Schenk, die beim Landkreis für die Umsetzung des Leitbilds verantwortlich zeichnet.

Die Gemeinde Neukirchen konnte den Naturpark Fränkische Schweiz als Partner gewinnen, um ein Konzept zur Revitalisierung des Waldlehrpfades in Oberreinbach zu erarbeiten und umzusetzen. Als Zielgruppe sollen Familien mit Kindern zwischen 6 und 12 Jahren angesprochen werden. Der Klimawandel im Wald werde Thema des Lehrpfades sein. Dieser erstrecke sich auf einer Länge von zwei Kilometern mit Schildern und interaktiven Stationen samt Rastmöglichkeiten, die unter Verwendung heimischer Hölzer bei ortsansässigen Handwerkern entstehen.

Gemeinsam mit der Design-Studentin Sophie-Marie Delling aus Stulln plant der Heimat- und Kulturverein Freudenberg eine Kunstinstallation für einen Märchenweg, eine Himmelslaterne als innovativen Treff- und Anziehungspunkt, als Ort zum Erholen und zur Inspiration für alle Besucher des Märchenwegs sowie eine Bühne für Aufführungen und Lesungen in freier Natur.

Regens Wagner ruft zum Umdenken auf. Inklusion sei ein wichtiges Thema. Viel zu oft, würden Menschen mit Behinderung unterschätzt ausgegrenzt. Dabei gehörten sie in die Mitte der Gesellschaft. Nicht nur um Vorurteile abzubauen, zeige Regens Wagner eindrucksvoll die vielfältigen Talente auf. So werde in der Stadt Sulzbach-Rosenberg ein geschichtlich interessierter junger Mann mit Williams-Beuren-Syndrom zum Stadtführer ausgebildet. Für diese spezielle Ausbildung konnte Regens Wagner die Museumspädagogin Tanja Weiß gewinnen. Die Dozentin an der Fachakademie für Sozialpädagogik und erfahrene Stadtführerin begleite den jungen Mann bei seiner Ausbildung und trainiere ihn mit Fachwissen, Didaktik und Geduld. Als Gedächtnisstütze habe er ein speziell für ihn konzipiertes Heft mit Bildern und großer Schrift zur Hand. Er werde stets in Begleitung eines routinierten Stadtführers die speziell angebotenen Exkursionen für alle Zielgruppen (darunter auch Kinder- und Familienführungen) absolvieren. „Dieses innovative Modellprojekt ist aktuell einzigartig in der Region und trage maßgeblich zu den Handlungsfeldern Bildung und Sozialer Zusammenhalt, Demografie, Inklusion, Integration und Bürgerdialog bei“, lobte Landrat Richard Reisinger.

In der Gemeinde Kümmersbruck soll ein Gemeinschaftsgarten mit inklusivem, integrativem, nachhaltigem und innovativem Charakter angelegt werden. ln der Ortsmitte seien viele Organisationen und Institutionen aller Altersgruppen angesiedelt. „Dies stelle eine optimale Ausgangslage für ein gemeinschaftliches Projekt dar und biete die Chance des Zusammenwachsens der benachbarten Standorte und ihrer Bewohner und Bewohnerinnen im Sinne von generationsübergreifenden Begegnungen“, so Reisinger. Der Gemeinschaftsgarten der Gemeinde Kümmersbruck hat sich laut Landrat die Zusammenführung von Jung und Alt und somit die Ausschöpfung des großen Potenzials einer generationsübergreifenden Arbeit zum Ziel gemacht und setze damit Leitlinien des Landkreises um. Der Landkreis werde durch den Gemeinschaftsgarten noch vielfältiger, bunter und lebenswerter, freute sich der Landkreis-Chef. Das Konzept könne auch von anderen Gemeinden übernommen werden.

Die Kreisjugendfeuerwehr Amberg-Sulzbach will für jede Kommune im Landkreis einen Baum pflanzen und somit in der Bevölkerung das Thema Klimaschutz weiter vorantreiben. Es werden ausschließlich heimische Hölzer aus regionalen Baumschulen verwendet. Gleichzeitig gehe es auch darum, die Aufmerksamkeit für die Jugendfeuerwehren zu stärken, damit es im Landkreis nicht an Nachwuchs mangele und so die Zukunft der nachfolgenden Generation aktiv mitzugestalten und Gutes zu tun.

Das Bildungshaus Kloster Ensdorf plant eine ganzheitliche Veranstaltung zum Thema Demokratie. Anlass ist auch die aktuelle Situation der Ukraine-Krise, die Auswirkungen auf den Landkreis und die Stadt Amberg zeige. Die Demokratie-Bildung im Rahmen der geplanten Veranstaltung solle durch unterschiedliche Perspektiven, vielfältige Methoden und die Einladung von möglichst vielen Altersgruppen realisiert werden. Dabei seien die Vermittlung von grundlegendem Wissen, die Erweiterung von Kompetenzen und der Austausch wichtige Elemente und Zielsetzungen. Dafür bedürfe es auch eines ansprechenden Rahmenprogramms aus Unterhaltung und Kunst - das umzusetzen soll im Rahmen eines dreitägigen Demokratie-Festivals gelingen. Das Konzept bzw. die geplante Veranstaltung vom 8. bis 10. Juli böten viele Potenziale. Daneben solle ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden. Das Demokratiefestival #bettertogether sei eine einzigarte Möglichkeit vor Ort, in Summe trage es wesentlich zur Umsetzung der Leitlinien des Landkreises bei, so Katharina Schenk.

Die Theaterfreunde Süß sind über das Theaterspielen schon seit Jahren aktiv in der Förderung der örtlichen Gemeinschaft tätig. Bereits in der Vergangenheit wurde eine Krippe mit übergroßen Figuren aufgestellt. Im Zuge der nötigen Renovierung der Dorfkrippe Süß im letzten Jahr wurde diese auf einem Bootsanhänger montiert und ist seither mobil. Die Idee einer fahrbaren Krippe entstand, als die Adventsbesinnung wegen schlechtem Wetters vor knapp drei Jahren ins Jugendheim verlegt werden musste. Nur die Krippe musste damals am Kircherl bleiben. So kam schnell die Projekt-Idee auf. Die bisherige Dorfkrippe hatte damit ausgedient. Nun soll die neue mobile Krippe mit einer Lichtanlage und Soundanlage inklusive Lautsprechern ausgestattet werden, um künftig nicht nur in Süß, sondern in den Ortschaften Irlbach, Schalkenthan und eventuell auch Hahnbach an den vier Adventssonntagen die Krippe ausstellen zu können. Es sollen Menschen jeden Alters, beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Menschen bei einer gemeinsamen Adventsbesinnung (mit Musik und besinnlichen Texten) im Freien zusammenkommen und gemeinsam die Vorweihnachtszeit erleben.

Zu guter Letzt hat die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach (AOVE) „Spielen wie zu Großelterns Zeiten“ konzipiert. Spiele sollen sein: Sackhüpfen, „Neunerln“ (Kartenspiel), Gummihupf, Seilspringen, Ballspiele, Schussern usw. Mit entsprechendem Material könne die Veranstaltung immer wieder angeboten werden. Mit diesem Angebot verfolge die AOVE  mehrere Ziele: Alle Menschen, egal wie alt, ob gesund oder beeinträchtigt, aller Nationalität, sollen am kulturellen Leben teilhaben können. Das Miteinander von Jung und Alt sowie Inklusion würden gefördert, und eine kostenlose Teilnahme solle dafür sorgen, dass auch Personen aus benachteiligten Bevölkerungsschichten teilnehmen könnten. Das Projekt trage damit vor allem zum Handlungsfeld „Sozialer Zusammenhalt“ bei, berühre aber auch die weiteren Felder des Leitbilds. Beantragt wurde die Förderung für Materialkosten.

Landrat Richard Reisinger freute sich bei der Sitzung des Nachhaltigkeitsrates sichtlich über die zahlreichen attraktiven und originellen Vorschläge und natürlich über die jeweilige einstimmige Befürwortung durch das Landkreis-Gremium. „Das unterstreicht die kulturelle Vielfalt und Ideenfreude im Landkreis!“

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