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14.10.2021

Drittklässler kümmern sich um drei besondere Mitschülerinnen

Landkreis Amberg-Sulzbach fördert einmaliges Projekt.

Amberg-Sulzbach. Die Grund- und Mittelschule Ursensollen ist nicht auf den Hund, sondern auf das Huhn gekommen. In einer Ecke auf dem Pausenhof wurde eine Großraumvoliere angelegt, in dem seit kurzem drei Hühner untergebracht sind. Vor wenigen Wochen sind Uschi, Lotte und Berta in dem großzügigen Gehege eingezogen und seither kümmern sich die Schülerinnen und Schüler der 3b mit Klassenleiterin Sabine Süß jeden Tag um die Tiere. Die Idee dazu stammt von Magdalena Neidl, die sich für ihre Zulassungsarbeit für das erste Staatsexamen mit dem Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auseinandersetzte. Der Gedanke: Die Hühner sollen bestmöglich in den Schulalltag integriert werden und den Kindern nicht nur Selbstständigkeit vermitteln, sondern auch ihre Nachhaltigkeitsbildung stärken.

Bei Schulleiter Peter Großmann und Konrektorin Sigrid Kerschl rannte die Lehramtsstudentin aus Ursensollen offene Türen ein. Und sie fand weitere Mitstreiter. Der Landkreis Amberg-Sulzbach unterstützt das Projekt im Rahmen der Leitbild-Strategie „Deine Zukunft 2030. Amberg-Sulzbach.“ Rund 80 Prozent der Kosten, zum Beispiel für den Käfig und den kleinen Hühnerstall mitten in der Voliere, übernimmt der Landkreis, berichtete die Regionalmanagerin des Landkreises Amberg-Sulzbach, Katharina Schenk, die für die Umsetzung der Leitbild-Strategie verantwortlich zeichnet. „Das sind knapp 930 Euro.“ Die restlichen Kosten, unter anderem für das Futter der Tiere, werden von der Gemeinde Ursensollen bezuschusst.

Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Albert Geitner statteten der Grund- und Mittelschule Ursensollen zur Halbzeit des Projekts einen Besuch ab, um sich vor Ort über die Umsetzung zu informieren. „Ein tolles Projekt, das wir so im Landkreis Amberg-Sulzbach noch nicht hatten“, freute sich der Landrat. „Das ist eine echte Bereicherung des Schulalltags und bringt den Kindern die Natur ein Stück näher.“ Der Ursensollener Bürgermeister zeigte sich ebenfalls begeistert: „Die Kinder bekommen einerseits die Verantwortung für Lebewesen vermittelt, andererseits erlangen sie auch Wissen um nachhaltigen Konsum.“

Die „Schulhühner“ sind seit kurzem Teil des Heimat- und Sachkundeunterrichts. Dort lernen die Drittklässler alles über Hühner, und das eben nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Liebevoll umsorgen die Schülerinnen und Schüler ihre drei Hühner, geben ihnen frisches Wasser, Grün- und Körnerfutter, sammeln die gelegten Eier ein und halten den Käfig sauber. Das sind die täglichen Aufgaben für die Kinder. Auch am Wochenende. „Die Bereitschaft ist groß, alle kümmern sich um die Hühner. Auch am Wochenende finden sich immer genug Freiwillige“, lobt Magdalena Neidl den Einsatz der Drittklässler der Grund- und Mittelschule Ursensollen.

Einer von ihnen ist Xaver. Er darf heute nachsehen, ob Uschi, Lotte und Berta Eier gelegt haben. Ein kurzer Blick in den Hühnerstall, dann ruft er die gute Nachricht freudig seinen Mitschülern zu: „2 Eier“. Xaver und seine Mitschüler sind begeistert von den lebenden Hühnern auf dem Pausenhof und verbringen gerne Zeit mit ihnen. Eine Win-win-Situation, wenn man so will. Glückliche Hühner und glückliche Kinder.

Das Projekt „Schulhühner“ läuft noch ein paar Wochen. Danach kümmert sich voraussichtlich Magdalena Neidl zu Hause um die drei Hühner. 

Hintergrund Leitbild-Strategie des Landkreises:

Der Nachhaltigkeitsrat des Landkreises Amberg-Sulzbach hatte in seiner Sitzung im April dieses Jahres einstimmig für die Umsetzung des Projekts „Schulhühner“ gestimmt und Fördergelder zugesagt.

Im Rahmen der Leitbild-Strategie „Deine Zukunft 2030. Amberg-Sulzbach.“ fördert der Landkreis Amberg-Sulzbach diverse Nachhaltigkeitsinitiativen mit 50.000 Euro jährlich, ein Teil der Summe fließt in die Unterstützung nachhaltiger Projektideen ein.

Antragsberechtigt sind Kommunen, Vereine und Verbände im Landkreis, die jedes Jahr bis 31. März beziehungsweise 31. August Bewerbungen schicken können.

Regionalmanagerin Katharina Schenk stellt die Themen dem Nachhaltigkeitsrat vor, der dann darüber abstimmt, welche Projekte finanziell unterstützt werden.

Bis zu 1000 Euro beziehungsweise bis zu 80 Prozent der veranschlagten förderfähigen Projektkosten können bezuschusst werden.

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