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05.09.2019

Altes Schloss wird wie neu

Generalsanierung des Kultur-Schloss Theuern läuft

Amberg-Sulzbach. Mit Blick von der Vils auf das Kultur-Schlosses Theuern / Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern zeigt sich das Gebäude von seiner schönsten Seite. Aber der Schein trügt. Im Innern des um 1780 erbauten Hammerherrenschlosses sind die Bauarbeiten voll im Gange. Der kleine Saal im Südflügel war wegen baulicher Mängel schon seit einigen Jahren nicht mehr für Veranstaltungen zugänglich. Jetzt, nach Baubeginn und einer kompletten Deckenöffnung zeigt sich, dass die Schäden noch sehr viel größer sind als erwartet. „Die Balkenanlage und die Dachkonstruktion sind statisch nicht mehr vertretbar“, wie Projektleiter Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises Amberg-Sulzbach erklärt. Er informierte Landrat Richard Reisinger vor Ort über den aktuellen Stand der Bauarbeiten.

Diese haben vor ziemlich genau 2 Jahren mit den Sanierungsarbeiten am Dach und dem Dachstuhl sowie am Gewölbe im ehemaligen Schweinestall begonnen. Letzteres war eines der Sorgenkinder. Durch Salze aus der Gülle der Tiere wurde insbesondere das Gewölbe stark geschädigt und war seit 1999 für die Nutzung gesperrt. Ein falscher Putz wurde damals aufgetragen, der das Problem noch vergrößert hat, berichtet Hubert Saradeth, Leiter des Gebäudemanagements am Landratsamt Amberg-Sulzbach. Jetzt sorgt ein Spezialputz dafür, dass die Salze an der Putzoberfläche auskristallisieren und keinen Schaden mehr an den Gewölbeziegeln anrichten können.

Voraussichtlich ab 2021 sind Veranstaltungen wieder möglich

Aktuell laufen die Bauarbeiten im Südflügel des Kultur-Schloss Theuern. Hier befinden sich die beiden Veranstaltungssäle. „Für die Bevölkerung wohl einer der schmerzlichsten Einschnitte“, wie Landrat Richard Reisinger beim Pressetermin bekräftigte. Immerhin können in Theuern derzeit keine Hochzeiten gefeiert oder kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden. Das ist voraussichtlich erst wieder ab dem Jahr 2021 möglich, nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts. Dann auch barrierefrei. Insgesamt werden in allen Gebäuden drei neue Personenaufzüge errichtet. Und auch energetisch werden die Gebäude verbessert. Weniger durch Dämmung, die nur bei den Dächern umsetzbar ist, sondern mehr durch eine Holzpellet-Heizung mit Regelung, weiß Thomas Raithel.

Voraussichtlich im Frühjahr 2023 sollen die Bauarbeiten komplett abgeschlossen sein und das Kultur-Schloss Theuern/Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern wieder ohne Einschränkungen genutzt werden können. Im Schlosshauptgebäude soll neben dem Museum künftig auch eine behördliche Nutzung umgesetzt werden. So entstehen dort circa 10 Büros.

Landkreis investiert rund 10,55 Millionen Euro in die Generalsanierung

Die Gesamtkosten der Sanierung des Kultur-Schlosses Theuern / Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern liegen bei rund 10,55 Millionen Euro. Bauabschnitt 1 schlägt mir rund 2,14 Millionen Euro zu Buche, der aktuelle Bauabschnitt mit rund 4,53 Millionen Euro. Für Bauabschnitt 3 sind noch einmal rund 3,88 Millionen Euro eingeplant. Die Sanierung ist eng an die Vorgaben der Denkmalpflege gebunden. Der Landkreis Amberg-Sulzbach rechnet mit Fördergeldern in Höhe von bis zu 3,56 Millionen Euro.

Hintergrund

Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat das Schloss Theuern in den 1970er Jahren übernommen, mit dem Ziel ein Bergbau- und Industriemuseum zu gründen. Die letzte große Sanierung war in den 1980er Jahren. Dabei ist insbesondere im Südflügel bei den Veranstaltungssälen vieles grundlegend umgebaut worden.

Autor/in: Christine Hollederer

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