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Pressemitteilung vom 16.04.2014
Kategorie: -/-
Metropolenbahn: Alle ziehen an einem Strang

Amberg. Um eine Aufnahme der Elektrifizierung der Bahnstrecken Hof-Regensburg und Nürnberg-Schwandorf in den Bundesverkehrswegeplan zu erreichen, üben die Regionen Amberg-Sulzbach, Regensburg, Cham und Schwandorf den Schulterschluss. Als Planungsarbeitsgemeinschaft Mittelbayern haben sie eine Wirtschaftlichkeitsabschätzung beim renommierten Gutachterbüro Intraplan Consult GmbH in München in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden nun im Landratsamt Amberg-Sulzbach der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Wunsch ist klar: Sowohl der Landkreis Amberg-Sulzbach als auch die Stadt Amberg wollen eine vernünftige Bahnanbindung und die Elektrifizierung, um nicht vom modernen Schienennetz abgekoppelt werden. Deshalb hatte der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) unter Vorsitz von Landrat Richard Reisinger eine Untersuchung des Ausbaus der Strecke Hartmannshof über Amberg nach Schwandorf erstellen lassen. Das positive Ergebnis ließ aufhorchen und bildete die Grundlage für eine gemeinsame Untersuchung der Strecken von Nürnberg bzw. München nach Prag über Schwandorf und Furth im Wald.

Denn als einzelnes isoliertes Projekt hat der Ausbau der Strecke Nürnberg-Amberg-Schwandorf trotz des sehr guten volkswirtschaftlichen Nutzens wohl kaum Aussichten auf eine Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Der ZNAS hat deshalb einen Weg gesucht, die Bedeutung der Strecke zu steigern und versucht, das Projekt zu erweitern, „um einen bestmöglichen Netzeffekt und dadurch einen bestmöglichen volkswirtschaftlichen Nutzen zu erzielen“, wie es ZNAS-Geschäftsführer Hans-Jürgen Haas erläuterte.

Hintergrund ist eine sehr wahrscheinliche Konkurrenzsituation zur Bahnstrecke Nürnberg-Marktredwitz-Prag. Für Landrat Richard Reisinger ist klar: „Beide Streckenführungen werden nicht kommen können, zumal bislang noch nicht sicher ist, ober überhaupt eine kommt“. Haas untermauert diese Aussage mit Signalen aus dem Bundesverkehrsministerium: Wenn überhaupt, wird es in den kommenden Jahrzehnten nur eine West-Ost-Schienenstrecke geben und zwar die wirtschaftlichste. Somit war laut Haas die Fusion der beiden Strecken Nürnberg-Amberg-Schwandorf und München-Schwandorf-Prag zu einer Metropolenbahn Nürnberg/München-Schwandorf-Prag geboren.

Jetzt müsse man mit Realismus, aber auch vorsichtigem Optimismus an die Sache rangehen, so Reisinger, der sich dankbar zeigte, dass die IHK Regensburg das Projekt flankiert. Der Amberger Bürgermeister Rudolf Maier sieht in dem Ausbau und der Elektrifizierung gar eine Chance, „die wir nie mehr bekommen werden“.

Der komplette Ausbau zwischen Nürnberg, Regensburg und Pilsen würde sich auf 498 Millionen Euro belaufen und wäre damit etwas günstiger als der Ausbau der Strecke Nürnberg-Marktredwitz. Das Gutachten kommt insgesamt zu dem Ergebnis, dass bei einer Fusion der beiden Strecken zu einer Metropolenbahn der für den Bundesverkehrswegeplan erforderliche Nutzen-Kosten-Faktor von 1,0 deutlich überschritten würde und die Maßnahme volkswirtschaftlich sinnvoll sei.

In der Gesamtschau konnte das gemeinsame Streckenausbauprojekt einen Kosten-Nutzen-Faktor von 1,5 auf deutscher Seite und 2,2 als Gesamtprojekt (mit dem tschechischen Anteil) erreichen und durch eine bedeutsame Einsparung bei der Reisezeit von München nach Prag überzeugen. Diese würde sich um gut eineinhalb Stunden auf knapp 4 ¼ Stunden reduzieren; die Reisezeit von Nürnberg nach Prag würde sogar unter dem derzeitigen Fernbus liegen.

Nun sind alle politischen Kräfte aus Land und Bund gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass eine Aufnahme der positiv bewerteten Strecken als fusionierte „Metropolen-Bahn“ Nürnberg-München-Prag in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2015 kommt.

Mit einer vorsichtig optimistischen Einschätzung wäre laut Dr. Alfred Brunnbauer von der IHK Regensburg sogar eine Umsetzung bis 2025/2030 möglich, weil „von tschechischer Seite Druck da ist und die Strecke über Schwandorf nach Nürnberg oder Regensburg für die östlichen Nachbarn absolute Priorität hat“.

Von Vorteil könnte auch sein, dass die Strecke über Amberg „nur ausgebaut und elektrifiziert werden müsse und deshalb schneller und günstiger realisierbar wäre“, so Brunnbauer.


Stadt und Land ziehen an einem Strang. Landrat Richard Reisinger stellte gemeinsam mit dem Amberger Bürgermeister Rudolf Maier und ZNAS-Geschäftsführer Hans-Jürgen Haas das Gutachten vor.
Bild: ©



 
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