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22.10.2012

Partnerschaftsjubiläum im Canton Maintenon würdig gefeiert

Amberg-Sulzbach/Maintenon. Mit großer Herzlichkeit und Freude wurde eine Delegation des Landkreises Amberg-Sulzbach im Partner-Canton Maintenon begrüßt. 50 Kreisräte, Bürgermeister und Vertreter von verschiedenen Institutionen und Vereinen reisten nach Frankreich, um dort das 45jährige Bestehen der Parnterschaft zu feiern, alte Kontakte zu vertiefen bzw neue zu knüpfen.

Stéphane le Moine, der Bürgermeister von Bleury-Saint-Symphorien, betonte in seiner Begrüßung zu dem sehr würdigen Festakt in der Stadthalle seiner Gemeinde, dass die Freundschaft der beiden Landkreise nicht nur symbolisch sei. Vielmehr sei die deutsch-französische Partnerschaft ein wichtiges Element für Europa: „Seit 1945 gab es in Europa keinen Krieg mehr, deshalb wurde Europa zu Recht mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt!“

Marie-Claire Thomain, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, erinnerte an die Anfänge des Jumelage und sagte: „Wir erweisen allen Bahnbrechern unserer Partnerschaft die Ehre, die trotz der tragischen Ereignisse des Krieges ihre ganze Kraft, ihren ganzen Eifer in die Partnerschaft setzten.“ Jeder Teilnehmer werde bei den Treffen bereichert und alle könnten voneinander lernen. Es gebe keine Grenze mehr zwischen den beiden Ländern, schloss sie.

Heute, wo Europa zu einer Gewohnheit geworden sei, werde es von Gleichgültigkeit geschwächt, sagte Michel Déprez, der Conseiller Général, Cantonsrat in Maintenon. Hier müsse die Partnerschaft das Gegengift zum „Jeder für sich“ sein.

Landrat Richard Reisinger fasste seine Überzeugung in Worte, dass nicht offizielle Verträge, sondern freundschaftliche Begegnungen zwischen Schulen, Bauern, Pfarrgemeinden, Künstlern, Sportlern, Feuerwehrleuten und Musikern die deutsch-französische Freundschaft blühen und wachsen lassen. Denn die Politik möge in der Lage sein, Europa zu konzipieren wie ein Architekt ein Haus, aber damit es auch tatsächlich gebaut werde, brauche es Bauleute, „und als solche verstehen sich die Bürger von Maintenon und Amberg-Sulzbach.“

Mit ihrer Unterschrift unter der Partnerschafts-Charta besiegelten die Freundschaft erst Déprez, Reisinger, Thomain, le Moine sowie René Gallas, einer von zwei Männern der ersten Stunde, die noch am Leben sind. Anschließend unterschrieben auch alle Bürgermeister und Kreisräte auf deutscher und französischer Seite. Die Europahymne, vom Blasorchester „Les Dragons de Noailles“ sehr würdig vorgetragen, begleitete den erhebenden Moment. Bei französischem Wein und deutschem Bier feierten Gastgeber und Gäste die Partnerschaft.

Am Abend trafen sich in der Festhalle von Bailleau-Armenonville die französischen Familien, die deutsche Delegation und die Mitglieder des Partnerschaftskomitees von Maintenon zu einem festlichen Mahl. Country-Tänzen einer Gruppe aus St. Piat, aber auch Oberpfälzer Volkstanz und vor allem deutsche und französische Lieder, die alle deutschen Gäste sangen, machten den Abend unvergesslich. Begleitet wurde der spontane Chor, bei dem auch die zwölf mitgereisten Kreisräte und Bürgermeister mitwirkten, von Hermann Kleinecke und Manfred Lehner, dem Leiter der Volkshochschule des Landkreises, auf der Quetsch'n. Die Organisatoren auf beiden Seiten versicherten einander mit herzlichen Worten und Geschenken ihrer Wertschätzung und zeigten, wie sehr ihnen diese Partnerschaft am Herzen liegt.

Die Delegation nahm aber nicht nur an offiziellen Terminen teil. Die Besucher aus Deutschland hatten Zeit, sich mit ihren Gastfamilien auszutauschen. Außerdem besuchten alle gemeinsam einen Gottesdienst in Epernon, besichtigten das Schloss Rambouillet und in den dortigen Gärten die Molkerei der Königin und den zauberhaften Muschel-Pavillon. Wunderschön war ein Konzert mit dem „Trio Karenine“ in der Orangerie des Schlosses von Maintenon. Die drei Musiker spielten Werke von Schubert, Ravel und Mendelssohn, zeigten also in der Musik die deutsch-französische Verbundenheit.

Landrat Reisinger als „chef de délégation“ repräsentierte nicht nur den Landkreis, wobei ihm seine hervorragenden Französischkenntnisse zugute kamen. Er führte auch Gespräche mit Schulleitungen, um die Austauschprogramme zwischen den hiesigen Gymnasien und den Collèges und Lycées in Maintenon auszubauen.

Lehner vertiefte die Kontakte auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien und des Klimaschutzes, andere Delegierte befassten sich mit dem demographischen Wandel, der Frankreich genauso wie Deutschland trifft. Neue Verbindungen wurden auf den Gebieten Feuerwehr und Musik geknüpft.

Lehner und Reisinger waren sehr zufrieden mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Reise. „Ich habe auf beiden Seiten noch nie so eine Aufbruchstimmung erlebt wie diesmal“, stellte der Volkshochschulleiter fest. „Die viele neuen Kontakte lassen uns optimistisch in die Zukunft blicken.“ Alle Teilnehmer der Fahrt seien Botschafter und Multiplikatoren, um die Nachhaltigkeit der Partnerschaft zu sichern: „Hinter der Völkerverständigung müssen Menschen stehen, die sich dem Abenteuer stellen und Freundschaften schließen.“ Schließlich dankte er allen, die die Reise organisiert hatten, insbesondere Dominique und Hermann Kleinecke sowie Joelle Struffert.

Jetzt machen sich die Organisatoren schon erste Gedanken über das 50. Jubiläum der Partnerschaft, das 2017 in Amberg-Sulzbach gefeiert wird. Ein Thema, das sie bis dahin untersuchen wollen, sind die Ereignisse in Maintenon während der deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg. Bisher sei dieses heikle Thema immer ausgeklammert worden, aber „wir sind eine Familie, da kann man auch darüber sprechen“, betonte Lehner.

Partnerschaftsjubiläum im Canton Maintenon würdig gefeiert
Landrat Richard Reisinger betont in seiner Rede, dass freundschaftliche Begegnungen die deutsch-französische Partnerschaft blühen lassen.
 
Partnerschaftsjubiläum im Canton Maintenon würdig gefeiert
Mit ihrer Unterschrift unter der Partnerschafts-Charta besiegelten die Freundschaft (von links)Michel Déprez, Landrat Richard Reisinger Reisinger, Marie- Claire Thomain, Stéphane le Moine und René Gallas.
 
Partnerschaftsjubiläum im Canton Maintenon würdig gefeiert
Die deutsche Delegation mit zwölf Kreisräten und Bürgermeistern. Bilder: Corinna Groth
  

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