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06.11.2009

Partnerschaft mit Maintenon braucht neue Impulse

Amberg-Sulzbach. (usc) Waren die ersten Jahrzehnte der Partnerschaft zwischen dem Landkreis Amberg-Sulzbach und dessen Vorgänger Sulzbach-Rosenberg mit dem französischen Kanton Maintenon vom Bemühen um Aussöhnung und Völkerverständigung geprägt, so ist man zwischenzeitlich auf der Arbeitsebene angekommen. Dies zeigte sich deutlich beim offiziellen Besuch einer Kreistagsdelegation in der rund 30 000 Einwohner zählenden französischen Gebietskörperschaft.

Vom Leiter der Landkreis-Volkshochschule, Manfred Lehner, Mitgliedern der Arbeitsgruppe Landkreispartnerschaften und der Präsidentin des Comité de Jumelage, Marie-Claire Thomain, bestens vorbereitet, bot das zweitägige Arbeitsprogramm die Möglichkeit, Vergleiche anzustellen und sich Anregungen für die eigene Arbeit auf gemeindlicher und Landkreisebene zu holen.

Am Beispiel des Collège Jean Racine in Maintenon, einer Art Gesamtschule, die bis zur 10. Jahrgangsstufe geht, lernte die Delegation eine Ganztagesschule kennen. Erfreulich aus Sicht der Gäste war die Nachricht, dass das Interesse am Deutsch-Unterricht wieder zunimmt.

Aufschlussreich gestaltete sich der Vergleich zu Bayern beim Thema häusliche Mülltrennung und thermische Verwertung des verbrennbaren Restmülls. Umgeben von zahlreichen Windkraftanlagen von privaten Betreibern in Zusammenarbeit mit Kommunen, entstand 2001 in Ouarville eine Müllverbrennungsanlage für 182 Gemeinden mit rund 260 000 Einwohnern.

Im Kanton Maintenon, in Epernon, befindet sich auch CERIB, das französische Forschungszentrum für die Betonindustrie und zur Erprobung des Baustoffes für energetisches Bauen. Generaldirektor Marc Lebrun, der schon mehrmals aus seiner früheren beruflichen Tätigkeit zu Gast bei den Amberger Kaolinwerken war, nahm sich reichlich Zeit, um den Gästen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach dieses Institut vorzustellen.

Besonders interessant für die Gäste war in Pierres die Tagesstätte für Kleinkinder, vom Säugling bis zum Alter von drei Jahren. Doppelverdiener, die nicht selten bis nach Paris oder Chartres auspendeln, könnten ohne diesen Hort den notwendigen Lebensunterhalt nicht verdienen.

Die Tagesbetreuung setzt sich fort, so berichtete Bürgermeister Daniel Marin, in der Schüler- und Jugendbetreuung, organisiert von den Gemeinden und anderen staatlichen Körperschaften, vergleichbar mit unserem Bezirk. Das heisst, dass man eine Betreuung von sieben bis 19 Uhr und später sicherstellen muss. Übrigens auch für Schulkinder auch während der langen französischen Sommerferien.

Beim Gedankenaustausch mit zahlreichen französischen Bürgermeistern und dem Vorsitzenden des Kantonsrates, Michel Deprez, in Pierres war man sich darüber einig, dass es neuer Impulse für die Pflege der Partnerschaft bedarf. Die Partnerschaft und ihre Träger seien zwischenzeitlich in die Jahre gekommen. Von den Gründungsmitgliedern auf französischer Seite lebt nur noch Piérre Petiot, der regen Anteil am Besuch der Delegation aus Amberg-Sulzbach nahm.

„Die Exotik von früher ist verblasst. Wir müssen wieder mehr auf Verjüngung und den Jugendaustausch setzen,“ meinte denn auch Landrat Richard Reisinger am Ende der Begegnung. Vereinen und Musikgruppen etwa kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Beispielhaft nannte Reisinger in diesem Zusammenhang die Beziehungen des SV Illschwang zur Gemeinde St. Piat. Auch die Volkshochschule wird sich mit der Aufarbeitung europäischer Problemfelder einbringen, wie zum Beispiel mit den Themen Demografischer Wandel und Erneuerbare Energien. Die oberpfälzer Delegation stellte den Gastgebern auch das Leitbild des Landkreises in Französisch vor. Die Franzosen zeigten großes Interesse an VHS-Fachkongressen, die im nächsten Jahr dazu geplant sind. „Ich bin hoffnungsfroh gestimmt, dass die Spitzen der Kommunalpolitik und der verjüngte Kreistag hinter dem Austausch stehen,“ gab sich Reisinger mit Blick in die Zukunft zuversichtlich.

Partnerschaft mit Maintenon braucht neue Impulse
Partnerschaft mit Maintenon braucht neue Impulse


Der Besuch im Collège Jean Racine in Maintenon bot die Möglichkeit, eine Ganztagesschule kennenzulernen. Von links Marie-Claire Thomain, Präsidentin des Comité de Jumelage, Schulleiter Marcel Boch, VHS-Leiter Manfred Lehner und Landrat Richard Reisinger.

Partnerschaft mit Maintenon braucht neue Impulse
Partnerschaft mit Maintenon braucht neue Impulse


"Wir sind bei der Partnerschaft auf der Arbeitsebene angekommen", stellte Landrat Richard Reisinger bei einer Gesprächsrunde der Amberg-Sulzbacher Kreisräte mit den französischen Kommunalpolitikern fest.

Partnerschaft mit Maintenon braucht neue Impulse
Partnerschaft mit Maintenon braucht neue Impulse


Vertreter aller im Kreistag vertretener Fraktionen mit Landrat Richard Reisinger an der Spitze und Mitglieder der Arbeitsgruppe Landkreispartnerschaften hatten zwei Tage lang die Möglichkeiten, sich mit politisch Verantwortlichen des Kantons Maintenon auszutauschen. Unser Bild zeigt die Delegation vor der Kathedrale in Chartres. Bilder: Uschald


    

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