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12.12.2011

Landkreisdelegation zum Erfahrungsaustausch im Canton Maintenon

Amberg-Sulzbach. Wie sieht die demographische Entwicklung in Frankreich aus und was können wir von den dortigen Projekten und Einrichtungen lernen, um angemessen darauf zu reagieren? Das waren zentrale Fragen, die eine Fachdelegation des Landkreises veranlasste, sich im Rahmen einer fünftägigen Exkursion im Partnerlandkreis Maintenon ein Bild zu machen.

Die Gespräche waren eine Fortsetzung des Gedankenaustauschs zu diesem Thema von der Fachtagung „Den Demografischen Wandel in Europa gestalten“ der Landkreis-VHS und des Vereins SEGA vom Oktober 2010 und eine Umsetzung des Kreistagswunsches, in der Partnerschaft neue Impulse zu setzen.

Der Leiter des Gesundheitsamtes Amberg-Sulzbach, Dr. Roland Brey, und Bürgermeister und Kreisrat Winfried Franz leiteten die kleine Gruppe von Experten, zu denen ferner SEGA-Vorstandsmitglied Heidi Himmelhuber, AOVE-Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer, Georg Pilhofer von der Koordinationsstelle Gerontopsychiatrie, Rita Weber als Geschäftsführerin der Diakonie Sulzbach-Rosenberg und Petra Engelbrecht vom Bavaria-Seniorenheim Sulzbach-Rosenberg gehörten. Dominique und Herrmann Kleinecke, Joelle Struffert sowie Peter Zobel vom Arbeitskreis Landkreispartnerschaften standen für die Organisation und Übersetzung zur Verfügung.

Mit großer Akribie hatten die französischen Gastgeber unter der Leitung des Vorsitzenden des Departementrats, Michel Deprez, der Bürgermeisterin von Epernon, Françoise Ramond, und der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Marie-Claire Thomain, ein umfangreiches Programm mit Fachgesprächen und Besichtigungen von gerontologischen Einrichtungen zusammengestellt.

Im Austausch mit den Kommunalpolitikern und Leitern von Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen wurden viele Übereinstimmungen deutlich. Ziel ist auch in Frankreich zunächst immer, den Betroffenen einen Umzug in ein Heim möglichst lange zu ersparen. Man war sich einig, dass man nicht zuletzt aus therapeutischen Gründen die Selbständigkeit und damit auch das Verbleiben in der gewohnten Umgebung erhalten müsse. Verschiedene Vereine bieten ein ganzes Bündel an Hilfsmaßnahmen an, von der Unterstützung bei der Hygiene über die Vorbereitung der Mahlzeiten, die Hilfe im Haushalt und beim Behördengang bis zum Angebot einer elektronischen Notrufhilfe.

Das Versorgungssystem "Essen auf Rädern" ist auch im Canton Maintenon verbreitet. Interessiert vermerkten die deutschen Gäste die große Zahl der ehrenamtlich Tätigen, die allerdings hauptsächlich in der Verwaltung aktiv sind. Ausführlich dargestellt wurden auch die Finanzierungsmöglichkeiten. Beteiligt sind hier die Kommunen, das Departement, die Zentralregierung in Paris und die Krankenkassen. Die betroffenen Bürger werden entsprechend ihrer finanziellen Verhältnisse an den Kosten beteiligt.

Aufschlussreich war auch der Besuch eines Hauses für Betreutes Wohnen auf dem Land, in dem nur Personen aus der unmittelbaren Umgebung aufgenommen werden. Die Heimbewohner sind für ihr Alter noch sehr selbstständig und beweglich und dürfen die Anlage auch grundsätzlich verlassen, wenn sie sich um persönliche Angelegenheiten kümmern oder Verwandte und Freunde besuchen wollen. Die Außenanlagen sind großzügig gärtnerisch gestaltet und bieten Hobbygärtnern unter den Bewohnern z.B. die Gelegenheit, Gemüse anzubauen, das dann in der Küche des Hauses verwertet wird. Es gibt auch einen Kinderspielplatz, den die Enkel und Urenkel der Bewohner sehr schätzen.

In Chartres konnte die Delegationsgruppe ein großes Haus mit stärker pflegebedürftigen Personen, insbesondere auch Alzheimerpatienten, kennen lernen. Hier ging es vor allem um verschiedenen Möglichkeiten der physischen und psychischen Therapie und die enge Zusammenarbeit von Ärzten, Apotheken und Krankenhäusern der Stadt.

Das Resümee aller Beteiligten am Ende der Delegationsfahrt fiel äußerst positiv aus. Viele Fragestellungen und Lösungsansätze bei der Schaffung der Rahmenbedingungen für den Demografischen Wandel und in der täglichen Betreuungsarbeit sind sehr ähnlich; allerdings hatten die Fachleute den Eindruck, dass das gerontologische Netz in Maintenon noch enger geflochten ist als in der Oberpfalz. Stoff für eine Fortsetzung des produktiven Fachaustausch auch im kommenden Jahr gibt es jedenfalls genug.

Landkreisdelegation zum Erfahrungsaustausch im Canton Maintenon
Gruppenfoto am Rande des deutsch-französischen Demografie-Treffens im Partnerlandkreis Maintenon.
 
Landkreisdelegation zum Erfahrungsaustausch im Canton Maintenon
Interessierte Fragen der deutschen Gäste in einem Haus für Betreutes Wohnen.
 
Landkreisdelegation zum Erfahrungsaustausch im Canton Maintenon
Dominique Kleinecke und Georg Pilhofer (v.li.) im Gespräch mit dem Leiter des Pflegeheimes für Alzheimer-Patienten in Chartres
  

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