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30.01.2015

Welt-Krebstag am 4. Februar 2015

Amberg-Sulzbach. Krebs ist die Krankheit, die Menschen in Deutschland am meisten fürchten. Seit Jahren nennen mehr als zwei Drittel der über 14-Jährigen Krebs an erster Stelle jener Erkrankungen, vor der sie größte Angst haben, mit Abstand folgen die Sorge vor Alzheimer oder Demenz sowie schweren Unfällen. „Weil Krebs jeden treffen kann“, ist die häufigste Begründung für diese Sorge, und etwa jeder Zweite kennt Krankheitsfälle in der Familie oder im Freundeskreis.

Tatsächlich müssen jeder zweite Mann und 43% aller Frauen damit rechnen, im Laufe ihres Lebens an Krebs zu erkranken. Glücklicherweise sind dank großer Fortschritte in der Früherkennung, in der Diagnostik und in der Behandlung von Krebserkrankungen die Prognosen für viele Krebspatientinnen und -patienten bei uns heute günstiger denn je.

Dennoch sind Krebserkrankungen nach wie vor die zweithäufigste Todesursache. Krebserkrankungen bedeuten nicht nur individuell großes Leid, sondern belasten auch Angehörige und Freunde, reißen Lücken in Beruf, Verein oder Gemeinde.

Positive Veränderungen lassen aber einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft zu: die Krebssterblichkeit sinkt, die Versorgungsqualität steigt, auch die psychosoziale Betreuung von Krebskranken und ihren Angehörigen ist heute deutlich besser als noch vor wenigen Jahren.

Die Lebenserwartung ist in Bayern kontinuierlich auf knapp 83 Jahren bei den Frauen und etwa 78 Jahren bei den Männern gestiegen. Eine Folge dieser erfreulichen Entwicklung ist eine Verschiebung des Spektrums der Todesursachen von den akuten Erkrankungen hin zu chronischen Krankheiten. Dabei stehen heute die Herz-Kreislauferkrankungen an erster Stelle - sie verursachen etwa die Hälfte aller Sterbefälle, an zweiter Stelle stehen die Krebserkrankungen, sie sind für etwa ein Viertel aller Sterbefälle verantwortlich.

Wie sieht es konkret in unserer Region aus? In der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach liegt die Lebenserwartung niedriger als in Bayern insgesamt, wobei die Abweichung vom Landesdurchschnitt in Amberg mit - 2,5 Jahren bei den Frauen und - 2,9 Jahren bei den Männern deutlicher ausfällt als im Landkreis mit - 1,1 Jahren bei den Frauen und - 1,4 Jahren bei den Männern (3-Jahres-Mittelwert 2009-2011).

Ein wesentlicher Grund für die geringere Lebenserwartung in Amberg lässt sich aus einer Aus-wertung des Bay. Krebsregisters für den 10-Jahres-Zeitraum 2002-2011 ableiten:
Die Krebssterblichkeit Amberger Männer lag 20% über dem Erwartungswert, die der Frauen 8% darüber. Im Landkreis war dagegen keine erhöhte Krebssterblichkeit zu verzeichnen, d.h. die Zahlen entsprachen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen den nach den bayerischen Raten zu erwartenden Sterbefällen.

Bei den Krebsneuerkrankungen lagen die Raten in Amberg bei Männern und Frauen um jeweils 6% über dem bayerischen Durchschnitt, im Landkreis war wie bei den Sterbefällen keine wesentliche Abweichung vom bayerischen Durchschnitt zu beobachten [Siehe auch beigefügte Diagramme].

Obwohl die absolute Zahl der Krebssterbefälle im zeitlichen Trend etwas zunimmt - bedingt durch die Alterung der Gesellschaft - sinkt für die einzelnen Altersgruppen das Risiko, an Krebs zu sterben. Hierfür ist vor allem die Verbesserung der medizinischen Versorgung, der allgemeinen Lebensbedingungen, und des Gesundheitsverhaltens verantwortlich.

Hinsichtlich der am häufigsten betroffenen Organe bzw. Organsysteme liegt bei Frauen in Stadt und Landkreis Brustkrebs an erster Stelle, gefolgt von Darmkrebs und Lungenkrebs. Bei Männern ist mit Abstand das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung. Auch bei den Männern liegt Darmkrebs im Landkreis an zweiter Stelle, nicht aber in der Stadt Amberg, wo in den letzten Jahren mehr Lungenkrebs- als Darmkrebsneuerkrankungen aufgetreten sind. 2011 lag z.B. die Lungenkrebsrate 36% über dem bayerischen Durchschnitt. Der herausragende Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen, das somit entscheidend zur erhöhten Sterblichkeit von Männern in Amberg beiträgt. Eine überdurchschnittliche Raucherquote in Amberg war vor einigen Jahren im Rahmen einer bundesweiten Untersuchung festgestellt worden. Die hohe Lungenkrebs-Sterblichkeit resultiert in erster Linie aus der oft späten Diagnosestellung in einem fortgeschrittenen Tumorstadium, in dem eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Internationale Daten zeigen, dass nicht nur Lungenkrebs, sondern 20 bis 40% aller (!) Krebserkrankungen dem Schadstoff „Tabak“ zuzuordnen sind. Nicht zu rauchen oder mit dem Rauchen aufzuhören, gehört daher zu den wichtigsten Maßnahmen gegen Krebs. Eine konsequente Nichtraucherpolitik ist ein vorrangiges Gebot aller weltweiten Gesundheitsförderungsmaßnahmen. Das Gesundheitsamt unterstützt seit langem in vielfältiger Weise alle Bemühungen, den Einstieg der Kinder und Jugendlichen in das Rauchen möglichst zu verhindern und bereits rauchende Jugendliche zum Aufhören zu motivieren. Informationsveranstaltungen, Ausstellungen und Aktionen werden in Kooperation mit vielen Partnern durchgeführt, über die Volkshochschulen werden für Raucher Kurse angeboten, um Ihnen den Ausstieg aus dem Tabakkonsum zu ermöglichen. Interessenten können sich auch beim Gesundheitsamt direkt melden unter der Telefonnummer 09621/39669.


Text: Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach


    

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