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23.05.2013

Vorsicht Zecken - Zeckensaison hat wieder begonnen!

Alle Jahre wieder, doch leider nicht ohne Grund, weist das Gesundheitsamt Amberg auf das Infektionsrisiko durch Zecken hin.

Die Zahl der gemeldeten Hirnhautentzündungen nach Zeckenstichen (FSME) war in Deutschland 2012 zwar so gering wie noch nie seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001, doch kann daraus keine Entwarnung für heuer und insbesondere auch nicht für unsere Region abgeleitet werden. Das Robert Koch-Institut führt die starken Schwankungen von Jahr zu Jahr auf verschiedene Faktoren, wie das Wetter und das Freizeitverhalten der Menschen, zurück.

Von 2001-2012 wurden dem Gesundheitsamt Amberg 80 FSME-Fälle (Hirnhaut- bzw. Gehirnentzündungen infolge einer Zeckeninfektion) gemeldet, davon 55 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach und 25 Erkrankungsfälle aus der Stadt Amberg. Bezogen auf die Einwohnerzahl nimmt der Landkreis Amberg-Sulzbach nach dem Landkreis Schwandorf damit eine nicht gerade rühmenswerte Spitzenstellung in Bayern und Deutschland ein.

Fast zwei Drittel der Erkrankten waren Männer, wobei bezüglich der Altersverteilung auffällt, dass 75% über 40 Jahre alt waren und bisher nur ein Kind im Alter zwischen 5 und 10 Jahren gemeldet worden ist.
Dies steht jedoch im Einklang mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen: Eine FSME-Infektion läuft bei Kindern meist glimpflich ab. Ältere Menschen dagegen, vor allem über 50-Jährige, sind von schweren FSME-Erkrankungen wie Entzündungen des Gehirns und des Rückenmarks besonders betroffen, häufig mit bleibenden Schäden. Auch mehrere Todesfälle waren bei uns schon zu beklagen.

Gegen die FSME stehen sehr gut verträgliche und wirksame Impfstoffe für Kinder und Erwachsene zur Verfügung, auch wenn gerade im Internet immer wieder auf Impfnebenwirkungen und –risiken hingewiesen wird. Dabei gibt es langjährige positive Erfahrungen mit der FSME-Impfung im Nachbarland Österreich, wo in den 70er Jahren noch etwa 700 Menschen jährlich an FSME erkrankten. Eine aufwändige Impfkampagne in den Folgejahren ließ die Durchimpfungsrate auf inzwischen über 85 Prozent steigen und die FSME-Erkrankungszahlen auf in der Regel unter 100 sinken.

Obwohl den meisten Bürgerinnen und Bürgern das Zeckenrisiko bei uns bekannt sein dürfte und auch die Impfraten in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, zeichnet sich bei uns noch kein deutlicher Rückgang der jährlich gemeldeten FSME-Erkrankungen ab. Dafür reicht die Impfrate von zuletzt 47 % der Erwachsenen (noch) nicht aus. Die Quote bei den Kindern liegt dagegen schon deutlich höher, was für die Zukunft hoffen lässt.

Die vorbeugende Impfung, die zu jeder Zeit möglich ist, ist der einzig wirksame Schutz vor einer FSME. Wenn es ganz schnell gehen muss, sorgen schon zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen für einen guten Saisonschutz. Regulär werden die ersten beiden Impfungen im Abstand von ein bis drei Monaten verabreicht. Eine dritte Impfung nach fünf bis zwölf Monaten schließt in beiden Fällen die so genannte Grundimmunisierung ab und verleiht einen Langzeitschutz für mindestens drei Jahre. Regelmäßige Auffrischimpfungen alle drei bis fünf Jahre durch eine einzelne Impfdosis sorgen dafür, dass der Schutz dauerhaft bestehen bleibt.

Etwas anders verhält es sich mit der Borreliose, der häufigsten von Zecken übertragenen Erkrankung. Obwohl hier kein Impfstoff verfügbar ist, hat die Medizin die Erkrankung meist gut im Griff: Eine Borreliose lässt sich mit Antibiotika ursächlich behandeln. Wichtig ist vor allem, bei einer großflächigen Rötung im Bereich der Einstichstelle sofort einen Arzt aufzusuchen. Diese so genannte „Wanderröte“ ist das Leitsymptom einer Borreliose.

Genauso wichtig ist es, Zecken am Körper schnell zu entdecken und zu entfernen. Da Borreliose-Erreger 12 bis 24 Stunden brauchen, um in den menschlichen Organismus zu gelangen, lässt sich die Erkrankung auf diese Art in den meisten Fällen verhindern.

Seit 1. März gibt es auch für Borreliose eine Meldepflicht in Bayern, es wurden dem Gesundheitsamt seither schon mehrere Erkrankungen mitgeteilt, was in Verbindung mit Beobachtungen eines in unserem Raum tätigen Zeckenforschers für eine in diesem Jahr wieder verstärkte Zeckenaktivität spricht.

Das Zecken-Risiko muss also auch heuer ernst genommen werden!
Für telefonische Rückfragen steht das Gesundheitsamt Amberg telefonisch unter der Telefonnummer 09621/39-669 zur Verfügung.

Zecke
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