Sprungziele
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Öffnungszeiten
Kontakt
Aktuelle News
Inhalt
04.03.2004

Maxhütte und Denkmalschutz

Sehr geehrter Herr Generalkonservator Dr. Greipl!

Die „Hausaufgaben“ für den Denkmalschutz (sowohl Landesamt als auch Untere Behörde Stadt Sulzbach-Rosenberg) sind für mich erst dann „gemacht“, wenn diese Fachbehörden nicht nur aus ihrer fachlichen Sicht klare Forderungen für den Erhalt bestimmter Teile aufstellen sondern auch eindeutig erläutern, in welchem Rahmen Finanzmittel – vor allem auch in welcher Höhe eigene Finanzmittel des Landesamtes für Denkmalpflege – bereitgestellt werden können.

Durch das bisherige Verhalten des Denkmalschutzes wird jegliche weitere Entwicklung blockiert und in Frage gestellt, da über das gesamte Areal durch Ihre Denkmalschutzbehörde die Veränderungssperre verhängt wurde.

Wenn nicht bald und in Kürze hier Veränderungen eingeleitet werden, verrottet und verkommt die bisherige Substanz der Anlagen und der noch nutzbaren Gebäude. Aus Ihrer Aussage: „Das ist das einzige in Mitteleuropa noch erhaltene integrierte Hütten- und Stahlwerk, das zudem ein eindrucksvolles Zeugnis der tausendjährigen Montangeschichte in der Oberpfalz darstellt“, geht leider nicht hervor, wer nun letztendlich die Verantwortung für den Aufbau des dann unter Denkmalschutz stehenden Museums, die laufende fachliche Betreuung und deren Finanzierung sowie die Übernahme der nach der Einrichtung des Museums anfallenden laufenden Betriebskosten auf Dauer übernimmt.

Wenn Sie solche Forderungen in dieser Größenordnung in den Raum stellen, dann muss auch für die Bereitstellung der entsprechenden Finanzmittel gesorgt werden.

Ich betone nochmals, dass weder die Stadt Sulzbach-Rosenberg noch der Landkreis Amberg-Sulzbach dafür auch nur einen Euro beisteuern können und werden. Im Gegenteil, denn derzeit sind aus purer Finanznot bei der Stadt Sulzbach-Rosenberg Überlegungen im Gange, alle freiwilligen Leistungen, insbesondere für Museen, Kindergärten, Sportvereine, stark zu kürzen, bzw. gänzlich zu streichen.

Wie in meinem Schreiben bereits gefordert, bleibe ich dabei, dass die sinnvolle Entwicklung des gesamten Geländes nur gemeinsam mit dem Rohrwerk als Eigentümer vorangetrieben werden kann. Bei dieser Gesamtbetrachtung bitte ich nicht angebrachte Emotionen außen vorzulassen. Sie führen uns nicht weiter, sondern behindern eine wirtschaftliche Lösung.

Ausdrücklich will ich auch durch meine 17-jährige Tätigkeit als Landtagsabgeordneter dankbar hervorheben, dass gerade im Bereich „Maxhütte“ und für Sulzbach-Rosenberg die Bayerische Staatsregierung unvergleichlich viel geleistet hat und sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst war. Ständige neue finanzielle Forderungen finden jedoch nun letztendlich auch im Bayerischen Landtag zwischenzeitlich keine Mehrheit mehr.

Umso wichtiger finde ich es, dass die noch vorhandenen und zugesagten Geldmittel in neue und zukunftsträchtige Technologien und Arbeitsplätze investiert werden, anstelle auf Dauer defizitäre und nur gering angenommene Denkmäler und Museum entstehen zu lassen.

Zur Thematik Altlastenbeseitigung und Gefahrenabwehr stehe ich mit der Regierung der Oberpfalz zu meiner Verantwortung. Deshalb hatte ich bereits in den Landkreishalt 2003 den jährlich erforderlichen Eigenanteil von 2,00 € pro Landkreisbürger für die Altlastensanierung eingesetzt. Vergleichbar wie bei den Umweltbelastungen in Marktredwitz und Kelheim werden die darüber hinausgehenden Sanierungskosten vom Freistaat (FAG Art 7, Abs. 4) getragen. Auf Betreiben des 1. Bürgermeisters der Stadt Sulzbach-Rosenberg wurde dieser von mir eingesetzte Betrag aus dem Kreishaushalt gestrichen. Alternativ müsste das Land als Miteigentümer die Kosten voll übernehmen.

Mit einzelnen, transparenten und schnell umsetzbaren Maßnahmenpaketen sind wir schon länger dabei, die Abwasser-, Energie- und Fernwärmesituation auf dem ganzen Gelände mit der bestehenden Kläranlage zu entwirren und sowohl betriebswirtschaftlich als auch umweltgerecht neu zu strukturieren. Dabei obliegt uns die verantwortliche Projektleitung. So schalten wir uns mit der Kläranlage ab 1. April 2004 von der Fernwärme des Maxhüttenkraftwerkes ab. Dies alleine spart monatlich 90.000,00 Euro.

Mir ist es wichtig, dass mit den noch vorhandenen Finanzmitteln sparsam und sachgerecht umgegangen wird und somit mehr Geld aus dem „Maxhüttentopf“ der Bayerischen Staatsregierung für eine in die Zukunft gewandte Entwicklung zur Verfügung bleibt. Ausdrücklich danke ich an dieser Stelle Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu für seinen Einsatz und die nun klaren Worte.

Für mich sollte der Denkmalschutz nun endgültig seine Pauschalforderungen beiseite schieben und definitiv sagen, was er im Einzelnen erhalten möchte, wie er die Finanzierung sichert bzw. sagen, wie es alternativ finanziert werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Armin Nentwig, Landrat


    

Randspalte

To Top