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28.09.2004

Hallerbrunnen: Nein zur geplanten Wasserentnahme durch Neumarkt

Amberg-Sulzbach. (usc) Landrat Armin Nentwig hat sich in einer Stellungnahme an das Landratsamt Neumarkt erneut und mit Nachdruck gegen die von der Stadt Neumarkt beantragte Wasserentnahme aus dem Hallerbrunnen gewandt. In dem Schreiben des Landrats heisst es:

"Im Namen aller betroffener Gemeinden und Bürger und des Landkreises Amberg-Sulzbach möchte ich mich im Rahmen des nun eingeleiteten Wasserrechtsverfahrens zur Wasserentnahme aus dem Hallerbrunnen durch die Stadt Neumarkt nochmals äußern.

In seiner Sitzung vom 26.03.2001 hat der Kreistag des Landkreises Amberg-Sulzbach beschlossen, sich für den ungeschmälerten Erhalt der Lauterach als ökologische Lebensader einzusetzen. Durch eine Wasserentnahme der Stadt Neumarkt aus dem Hallerbrunnen wird das Lauterachtal jedoch nachhaltig negativ beeinflusst werden.

Die Lauterachtalgemeinden sind durch ihre Randlage am Truppenübungsplatz schon seit Jahrzehnten in ihrer Entwicklung benachteiligt. Eine intakte Natur und Landschaft sind das einzige Kapital, das sie zur Verfügung haben, um einen sanften Tourismus zu entwickeln. Durch die Wasserentnahme aus dem Hallerbrunnen sehe ich dieses Entwicklungspotential massiv beeinträchtigt.

Es ist zu erwarten, dass eine erhebliche und nachhaltige Beeinträchtigung von nach Art 13 d BayNatSchG geschützten Feuchtbiotopen eintreten und die Wasserentnahme zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen der Gewässerorganismen führen wird.

Auch die weitere wirtschaftliche und gewerbliche Entwicklung wird durch das Vorhaben der Stadt Neumarkt negativ beeinflusst, da z.B. die Regelung der Abwasserbeseitigung zukünftiger Gewerbe- und Industrieflächen durch weniger Wasser in der Lauterach für die Gemeinden zu größeren Schwierigkeiten führen kann.

Die Gemeinden haben außerdem für ihre Wasserversorgungen große Schutzgebiete ausgewiesen und ganz im Sinne des § 1a Abs. 3 WHG ihren Wasserbedarf ortsnah gedeckt. Dies schränkt ihre Entwicklungsmöglichkeiten durch die in den Wasserschutzgebietsverordnungen enthaltenen Verbote wiederum ein.

Aus den vorgelegten Unterlagen geht hervor, dass von der Stadt Neumarkt 18 Varianten geprüft worden sind, und es erscheint mehr als unwahrscheinlich, dass die Wasserentnahme aus dem Hallerbrunnen sich als die einzig verwirklichbare Alternative erwiesen hat.

Ich gehe vielmehr davon aus, dass die Stadt Neumarkt ihre Wasserversorgung nun u.a. auf Kosten unserer Landkreisgemeinden sicherstellt, da das für den Hallerbrunnen erforderliche Schutzgebiet zu einem nicht unerheblichen Teil (ca. 50 %) im Gemeindebereich Birgland liegen wird. Die Stadt Neumarkt möchte ihr eigenes Stadtgebiet von der Ausweisung von Wasserschutzgebieten freihalten, damit ihre eigene Entwicklung nicht eingeengt wird.

Ich bitte Sie daher im eingeleiteten Wasserrechtsverfahren insbesondere der Prüfung der alternativen Wasserentnahmemöglichkeiten große Aufmerksamkeit zu schenken und die Gründe zu werten, die aus naturschutzfachlicher Sicht gegen die Wasserentnahme sprechen.

Ich gehe davon aus, dass sich herausstellen wird, dass es für die Stadt Neumarkt andere gleichwertige Möglichkeiten gibt, ihren Wasserbedarf zu decken und eine Entnahme aus der Karstquelle Hallerbrunnen nicht notwendig ist".

    

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