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04.03.2021

1 Jahr Coronavirus in der Oberpfalz

Landrat Richard Reisinger blickt auf ein Ausnahmejahr zurück

Amberg-Sulzbach. Es ist der 5. März vor einem Jahr. Erstmalig in der Oberpfalz wird das Coronavirus an einer 49-jährigen Frau aus Kümmersbruck nachgewiesen. Kurz darauf kommen auch der 53 Jahre alte Ehemann und die 14 Jahre alte Tochter mit der Virusinfektion ins Klinikum. Einen Tag später vermeldet der Landkreis drei offiziell bestätigte COVID-19-Fälle. „Wir haben zwar alle mit einem Virusausbruch auch in unserem Landkreis gerechnet und waren darauf mehr oder weniger gut vorbereitet. Aber dass uns das Virus für viele Monate sprichwörtlich in Quarantäne zwingen würde, das hat sich niemand vorgestellt“, resümiert Landrat Richard Reisinger. Rückblickend spricht der Landkreischef in einer Pressemitteilung von einem Ausnahmejahr, wie er es in seiner Amtszeit noch nicht erlebt hat.

„Da rollt was auf uns zu“

„Von der ersten Minute an, als die Gefährlichkeit des Virus kommuniziert worden ist, war mir klar: Da rollt eine Welle auf uns zu, die uns in beispielloser Weise fordern wird. Was das im Detail heißen sollte, konnte aber auch ich nicht abschätzen“, so Landrat Richard Reisinger. Bei der Landkreisbehörde und dem Gesundheitsamt folgen Wochen und Monate, in denen die Bekämpfung und Eindämmung des Infektionsgeschehens einen immer breiteren Raum einnehmen. Für Teile der Belegschaft des Landratsamtes, insbesondere des EDV-Sachgebietes, den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes und dem Landrat selbst verlangt die Pandemie viel ab. Normale Arbeitsschichten gibt es nicht mehr. Fortan wird sieben Tage die Woche sowie an Feiertagen gearbeitet, um Herr der Lage zu bleiben. „Dies war und ist nur möglich, weil die Mitarbeiterzahl massiv aufgestockt wurde und andere Behörden sowie Bundeswehr und Polizei Unterstützung bei der Fall- und Kontaktpersonenermittlung leisten“, betont der Leiter des Gesundheitsamtes, Medizinaldirektor Dr. Roland Brey.

Es hagelt Absagen

Eine seiner ersten schmerzlichen Amtshandlungen ist für Landrat Richard Reisinger die Absage der für 13. März geplanten Sportlerehrung mit rund 400 Teilnehmern. „Die Vorgaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums und die Handlungsempfehlungen des Robert Koch Instituts (RKI) waren bereits zu dem Zeitpunkt eindeutig: jede Art von Massenveranstaltung meiden, um das Infektionsgeschehen einzudämmen“, so Reisinger. Viele weitere Absagen von Seiten der Behörde wie der Landkreislauf und der Seniorennachmittag folgen, ohne dass sich das Virus in entscheidendem Maße zurückdrängen lässt.

Landrat richtet Krisenstab ein

Am 16. März ruft Ministerpräsident Dr. Markus Söder den Katastrophenfall aus. Landrat Richard Reisinger richtet kurz darauf einen Krisenstab ein und bestellt Dr. Michael Scherer aus Sulzbach-Rosenberg zum Versorgungsarzt. Unter der Leitung des Landrats trifft die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) mit Vertretern des Gesundheitsamtes und der Krankenhäuser sowie Mitarbeitern des Katastrophenschutzes sogleich die nächste Entscheidung: Der Parteiverkehr im Landratsamt Amberg-Sulzbach sowie in sämtlichen Außenstellen wie Führerschein-/Zulassungsstelle, Touristinfo, Veterinäramt und vhs Amberg-Sulzbach werden zum Schutz der Mitarbeiter und Landkreisbürger eingestellt sowie ein Bürgertelefon eingerichtet.

Die ersten Toten im Landkreis

Noch im März muss der Landkreis seine ersten Toten bedauern, die ursächlich bzw. im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben sind. „Die Mitteilung vom Tod der Senioren hat weh getan, weil wir erleben mussten, dass das Virus vor Niemandem Halt macht“, erinnert sich Landrat Richard Reisinger. Als dann wenig später in einem Seniorenheim sowohl bei Bewohnern als auch bei Mitarbeitern eine Häufung von Corona-Infektionen auftritt, wendet sich der Landkreischef tief bewegt an die Betroffenen und deren Angehörige. „Ich habe ihnen mitgeteilt, dass meine Gedanken bei ihnen sind. Ich wollte, dass die Menschen wissen, dass man in so einer Zeit nicht einfach nur seinen Job macht, sondern emotional mitgeht.“

Dank an alle Mitstreiter und Impfwilligen

Bis heute gilt sein Dank allen engagierten Mitarbeitern in den Senioren- und Krankenhauseinrichtungen, der FüGK, dem Team des Gesundheitsamtes um Leiter Dr. Roland Brey, Testzentrum sowie den Impfzentren unter der Leitung des BRK-Kreisgeschäftsführers Sebastian Schaller. „Herzlichen Dank für Ihr außergewöhnliches Engagement, das – jeder an seiner Stelle – so vorbildlich leistet. Ohne Sie wären wir heute nicht so weit. An der Stelle möchte ich auch allen Landkreisbürgern meinen Dank aussprechen, die unser Impfangebot annehmen. Mit jeder Impfung kommen wir unserem Ziel näher, die Pandemie zu besiegen. Das wird aber noch eine Weile dauern“, räumt der Landrat ein.

Impfstrategie läuft

Indessen kommt das Amberg-Sulzbacher Land in seiner Impfstrategie gut voran. Bisher haben 9363 Personen eine Erst-, 5188 bereits die Zweitimpfung erhalten. „Weil wir inzwischen Hochinzidenzgebiet sind, werden wir morgen 1000 zusätzliche Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca erhalten“, kündigt BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller an. Er rechnet vor, dass dann nächste Woche insgesamt 2070 Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer, 220 von Moderna und 1980 von Astrazeneca an registrierte Personen im Amberg-Sulzbacher Land verabreicht werden können.

Siemens-Selbsttests

Bereits heute beginnt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit der Auslieferung der ersten Selbsttests der Firma Siemens an Kommunalbehörden mit einem Inzidenzwert zwischen 100 und 50 (gemäß den Zahlen des RKI mit Stichtag 25.02.2021). Die nunmehr zugelassenen Selbsttests zur Laienanwendung sollen in den Schulen
für mehr Sicherheit im Unterrichtsbetrieb sorgen. Derzeit liegt der Inzidenzwert des Landkreises Amberg-Sulzbach über 100. „Wir gehen davon aus, dass wir die Siemens-Selbsttests dann erst in der nächsten oder übernächsten Woche erhalten werden“, so Reisinger. Aktuell ermittelt seine Behörde den Bedarf an den Landkreis-Schulen. Wie viele dieser Tests nach Amberg-Sulzbach geliefert werden, steht indes noch nicht fest. Sicher ist dagegen, dass die ersten Lieferungen dem Schulpersonal zur Verfügung gestellt werden. Tests für Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren werden später ausgeliefert. „Sobald die Selbsttests da sind, werden wir sie unverzüglich an die entsprechenden Einrichtungen verteilen und damit einen weiteren bedeutenden Schritt in der Pandemiebekämpfung leisten,“ so Reisinger.

Hintergrund-Informationen zu den Siemens-Selbsttests

(Auszug aus einem Hinweisblatt desBayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sowie des Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus)

Wer kann sich testen lassen:

Mit den Selbsttests können sich Lehrkräfte und die an den Schulen tätigen Personen (also einschließlich z.B. Verwaltungsangestellte, Ganztags- und Mittagsbetreuungskräfte, JaS-Fachkräfte, Schulbegleiterinnen und -begleiter) zweimal pro Woche sowie Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren an staatlichen, kommunalen und privaten Schulen im Freistaat Bayern einmal wöchentlich zu Hause selbst testen bzw. dies unter Mithilfe der Erziehungsberechtigten oder anderer erwachsener Personen im Haushalt tun. Von einer Testung der Schülerinnen und Schüler und der Kinder in der Kinderbetreuung unter 15 Jahren wird derzeit abgesehen. Die Teilnahme an der Selbsttestung ist freiwillig.

Wann kann man sich testen lassen:

Die Selbsttestkits werden demnächst von den Kreisverwaltungsbehörden an die Schulen verteilt. Über die Einzelheiten der Verteilung informiert die jeweilige Schule ihre Schulgemeinschaft. Die Schule übernimmt auch die Verteilung der Selbsttestkits an die Berechtigten.

Wie erfolgt die Testung:

Die Organisation der Verteilung der Tests erfolgt durch die Schulen. Diejenigen Personen, die sich zur Testdurchführung bereiterklärt haben, nehmen die Tests mit nach Hause und führen diese zu Hause vor dem Besuch der Schule an ein bzw. zwei Tagen die Woche durch. Die Tage sollten gleichmäßig verteilt sein (z. B. Montag und Donnerstag bei zwei Testungen oder z. B. Montag oder Mittwoch bei einer Testung) und nicht kurz aufeinander erfolgen, damit eine Regelmäßigkeit der Testung sichergestellt werden kann. Die Testung soll immer erfolgen, egal ob die testbereite Person Symptome einer Erkrankung verspürt oder nicht. Die Testungen sollen regelmäßig durchgeführt werden. Diese erfordern nur einen kurzen Zeitaufwand von max. 20 Minuten, wobei davon ca. 15 Minuten aus Wartezeit bestehen. Die Tests und die dafür erforderlichen Reagenzien werden in 10er Einheiten zur Verfügung gestellt.

Testergebnis:

Ist das Testergebnis negativ, so kann die getestete Person die Schule besuchen. Ein negatives Testergebnis schließt eine SARS-CoV-2-Infektion jedoch nicht sicher aus! Auch bei korrekter Testdurchführung sind Selbsttests nicht so zuverlässig wie PCR-Testungen. Weiterhin ist die Aussagekraft der Testergebnisse zeitlich begrenzt und stellt nur eine Momentaufnahme dar. Ein positives Testergebnis im Rahmen eines Selbsttests ist als Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion zu werten und bedarf einer Verifizierung durch einen nachfolgenden PCR-Tests. Ist das Testergebnis positiv, so hat die betroffene Person sich sofort abzusondern und das Gesundheitsamt sowie die Schule über den positiven Selbsttest zu unterrichten.

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