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19.11.2021

Lage ist dramatisch

Landrat Reisinger: „Notwendigkeit von Veranstaltungen überprüfen.“

Amberg-Sulzbach. Die Corona-Lage spitzt sich auch im Landkreis Amberg-Sulzbach weiter zu. Das geht aus einer Meldung im Nachgang einer Sitzung der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) unter Leitung von Landrat Richard Reisinger hervor.

In der Sitzung schilderte der Landkreischef die aktuelle Lage: Das St. Anna Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg ist derzeit voll ausgelastet. Geplante Operationen, so genannte elektive Eingriffe, werden vorerst ausgesetzt, um Behandlungskapazitäten für COVID-19-Patienten freizuhalten. Zudem wird die Kapazität der Intensivbetten auf 14 erhöht, ergänzte Krankenhaus-Vorstand Roland Ganzmann die Ausführungen des Landrats. Ab Montag wird eine zweite Intensivstation eingerichtet, sodass dann am St. Anna Krankenhaus bis zu 14 Intensivbetten zur Verfügung stünden.

Betten, die wohl schon bald benötigt werden. Täglich werden 7 bis 8 Patienten aus anderen Regierungsbezirken wie Niederbayern oder Schwaben in die Oberpfalz verlegt, schilderte Marc Bigalke, Ärztlicher Leiter für die Krankenhauskoordination im Raum Amberg, Amberg-Sulzbach und Schwandorf, die Situation: „Die aktuelle Lage ist höchst dramatisch“.

Sehr frühe Booster-Impfungen im Landkreis als "Vorsorge"

Neben der Situation in den Krankenhäusern war das Thema Corona-Schutzimpfung das dominierende Thema der FüGK-Sitzung.

Bei den Impfungen geht es im Amberg-Sulzbacher Land gut voran. Mit den so genannten Booster-Impfungen habe man in Senioren- und Pflegeheimen des Landkreises früh begonnen, berichtete BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller.

Bei der Ankündigung Anfang November, dass Booster-Impfungen für alle möglich sind, war das BRK „mit den Heimen bereits so gut wie durch“.

„Ohne Booster hätten wir vermutlich eine ganz andere Lage in den Heimen“, zeigte sich Landrat Richard Reisinger überzeugt. In diesem Zusammenhang war auch seine Entscheidung absolut richtig, das Impfzentrum in Sulzbach-Rosenberg die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten und eben nicht zurückzufahren, wie das in anderen bayerischen Landkreisen zum Teil gemacht wurde. „Das hat uns vor größerem logistischem Wirrwarr verschont“, bilanzierte der Landrat.

Reisinger rief die Bevölkerung noch einmal eindringlich dazu auf, sich impfen zu lassen: „Ob Erst- oder Booster-Impfung, jede Impfung ist ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen die Pandemie.“

Laut BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller soll in der nahen Zukunft die Kapazität in den Impfzentren in Amberg und Sulzbach-Rosenberg hochgefahren werden, um bis zu 2.900 Impfungen pro Woche zu ermöglichen. Zusätzlich sollen die Hausärzte wieder verstärkt mit ins Boot geholt werden, um Menschen zu impfen.

Bundeswehrsoldaten sollen wieder helfen

Zum Abschluss der FüGK-Sitzung berichtete Landrat Richard Reisinger, dass über das Kreisverbindungskommando ein Hilfeantrag gestellt und Unterstützung von Seiten der Bundeswehr für das Gesundheitsamt (Contact Tracing Team), das Kommunalunternehmen Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach (helfende Hände) und ein Seniorenheim (Teststation) angefordert wurde. Eine Entscheidung darüber fällt voraussichtlich in den kommenden Tagen.

Nicht alles was erlaubt ist dient zum Guten

Gleichzeitig richtete Landrat Richard Reisinger seinen Appell an die Bevölkerung, freiwillig soziale Kontakte weitestgehend zu vermeiden und „die Notwendigkeit von Veranstaltungen und Versammlungen zu überdenken“ und diese nur noch dann abzuhalten, wenn diese unbedingt nötig und unaufschiebbar sind. Auch wenn es der Rahmen des Gesetzgebers hergeben würde, sollte jeder einzelne für sich überlegen, ob die Veranstaltung wirklich zielführend ist und mit der angespannten Lage auf unseren Intensivstationen zusammenpasst.

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