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Die "Goldene Straße"

Nicht erst seit dem 14. Jahrhundert gibt es die "Goldene Straße". Schon bevor Kaiser Karl IV. diese alte internationale Ost-West-Verbindung von Prag über Pilsen, Mies, Pfraumberg (CZ), Leuchtenberg (D), Wernberg, Hirschau, Sulzbach-Rosenberg, Hersbruck nach Nürnberg zu der berühmten "Goldenen Straße" verband, waren zumindest Teile dieses Handelswegs bereits "eingetreten".

Sein großer Verdienst ist ihr Ausbau. Indem er Gebiete der hochverschuldeten Wittelsbacher verpfändete, schuf eine sichere Trasse zwischen seinen Stammländereien in Böhmen und den Reichsländereien im Westen.

Der sich einstellende blühende Handel brachte vielen der alten und neugegründeten Orte, Märkte und Städte wirtschaftlichen Aufschwung. In der Architektur spiegelt er sich heute noch, wenn man sich z.B. die gotische Fassade des Rathauses in Sulzbach-Rosenberg oder der stattliche Treppengiebel des Hirschauer Rathauses betrachtet. Im Zuge der Entwicklung avancierte Sulzbach-Rosenberg kurzzeitig sogar zur Hauptstadt "Neuböhmens".

Die Händlern transportierten auf Pferden, Wagen und zu Fuß wichtige Rohstoffe, wie z.B. Wachs, Salz und Zinn. Heute reisen vor allem Touristen entlang dieser Route, die sich als touristische Straße einer wachsenden Bedeutung erfreut.

Die Fahrt auf der Goldenen Straße von Nürnberg Erlenstegen und Lauf nach Sulzbach-Rosenberg, Hirschau, Etzenricht, Weiden, Altstadt Waldnaab und Neustadt Waldnaab ... Püschersreuth, Plößlberg, Bärnau, Tachau, Pilsen, Prag.... ist eine Reise in die Vergangenheit; eine romantische Heimatkunde. Es ist unmöglich, von diesem privilegierten Steig durch Franken, die Oberpfalz, durch Böhmen in Richtung der Goldenen Stadt nicht bezaubert zu sein, mischen sich hier doch Geschichte und Gegenwart, Idylle, Kultur und Kulinarisches auf subtile und besondere Art.

Kaiser Karl IV. von Böhmen, der nach Ludwig dem Bayern deutscher König und abendländischer Kaiser wurde, hat diese Goldene Straße selbst 52 mal von Prag nach Nürnberg benutzt. Karl IV. - 1316 bis 1378 - entstammte dem Hause Luxemburg. Er war ein Herrscher mit scharfem Verstand und ausgeprägtem politischen Instinkt. 

Die Goldene Straße
Die Goldene Straße Hirschau - Kirche und Rathaus

Durch Heirat, Kauf, Tausch, Verpfändung und Erbschaft erwarb er von den Wittelsbachern umfangreiche Gebiete in der "Oberen Pfalz", die er 1355 als eigenständiges Territorium der böhmischen Krone angliederte. Mit einer Tochter des Pfalzgrafen Rudolf II. verheiratet, setzte er 1356 seine Erbansprüche auf die nördliche Oberpfalz durch und so geschah es, daß bei dem häufigen Besitzwechsel in jener Zeit die Oberpfalz auch einmal einen böhmischen Landeshauptmann (mit Sitz in Sulzbach) anerkennen mußte. Mit "Neuböhmen" schuf sich Karl eine Landbrücke zwischen seinen böhmischen Stammlanden und den Reichslanden um Nürnberg.

Die Verbindung Nürnberg - Prag sollte durch eine Straße geschehen, die nur böhmisches Gebiet berührte und daher wurde die Streckenführung genau festgelegt: Nürnberg - Erlenstegen - Lauf - Sulzbach - Hirschau - Etzenricht - Weiden -Altenstadt/WN - Neustadt/WN -Püchersreuth - Plößberg - Bärnau -Tachau - Pilsen - Prag, wo Karl IV.1348 die erste deutsche Universität gründete. Die Straße erklärte er zur Reichsstraße und verfügte, daß nur auf ihr die böhmischen Könige ihren Weg zu den Reichstagen und Kaiserwahlen nehmen sollten. Sie wurde zur Goldenen Straße wie Prag zur Goldenen Stadt.

Die Straße, die wohl schon zu Zeiten Karls des Großen den Namen "Goldene Straße" führte, wurde mit zahlreichen Amtssitzen und Burgen geschützt. Diese gaben sich gut bemannt und waren bestens mit Waffen ausgerüstet. So gab es in Sulzbach 144 Harnische für ebenso viele Bewaffnete. Die Städte und Märkte an dieser Straße, die neben dem Königsweg natürlich auch Handelsstraße war, wurden vom Kaiser sehr gefördert.

Hirschau zum Beispiel stand 1353 bis 1373 unter böhmischer Herrschaft. Es war eine Epoche des Glücks und des Wohlstandes. Kaiser Karl VI. erhob Hirschau zur Stadt, bedachte sie 1367 mit einem Privileg, das einen Wochenmarkt gewährte und die Bestimmung enthielt, daß die Goldene Straße durch die Stadt führen sollte.

Sulzbach verlieh er umfangreiche Zollfreiheiten und gab Bürgern das Bergwerksrecht. Zusammengerechnet hielt sich Karl IV. 185 Tage in Sulzbach auf und unterzeichnete hier gut 100 Urkunden - in der Stadt, die bis 1373 die Hauptstadt Neuböhmens war.

Ein Teilstück dieses ca. 400 km langen Weges, wurde 2000 als Wanderweg eröffnet. Eine kleine Broschüre (0,50 EUR Schutzgebühr) weist den Wanderern den Weg zwischen Sulzbach - Rosenberg, Hersbruck, Lauf und Nürnberg.

Wer mehr über diesen Handelsweg erfahren möchte, kann in der Broschüre "Goldene Straße" des Tourismusverbandes Ostbayern auf 65-Seiten gerne nachlesen. Sie ist, gegen eine Schutzgebühr bei der Tourist - Information des Landkreises erhältlich.

 

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