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Allergien - Hausstaubmilben

Milben - Hausstaubmilben

MilbenMilben sind auf der ganzen Welt anzutreffen. Sie sind wichtige Auslöser allergischer Atemwegserkrankungen. Die Hausstaubmilben (wissenschaftlicher Name: Dermatophagoides farinae und D. pteronyssinus) findet man meist in Heimtextilien, z.B. Polstern, Matratzen, Oberbetten, Steppdecken, Kissen, Kleidungsstücken, Teppichen, Stofftieren: überall wo sich größere Mengen an menschlichen Hautschuppen befinden, der wichtigsten Nahrungsquelle der Milben. Der Mensch verliert täglich über 1 Million Hautschuppen; davon können sich ebenfalls über 1 Million Hausstaubmilben einen Tag lang ernähren. Mit  0,1-0,5 mm Größe sind sie mit dem bloßen Auge praktisch nicht zu erkennen.

Bei einer Luftfeuchtigkeit von 70?75% und einer Temperatur zwischen 20 und 25 °C bestehen für Milben optimale Lebensbedingungen. Bei einer Raumtemperatur von 20 - 22 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 45% oder darunter sterben sie ab. Zwischen 45 und 60% relativer Luftfeuchtigkeit können Milben zwar überleben; sie vermehren sich aber erst ab > 60% Luftfeuchte. Ab ca. 90% relativer Luftfeuchtigkeit wird das Milbenwachstum durch Überwucherung mit Schimmelpilzen eingeschränkt. Die optimale Luftfeuchte ist wichtiger als die Temperatur. Übrigens sind wegen der niedrigen Luftfeuchte in Höhen über 1200 Meter kaum noch Milben zu finden.

Die allergieauslösenden Bestandteile der Milben befinden sich in deren Kot und in abgestorbenen Milbenkörpern. An der Luft zerfallen die Kotteilchen. Deren Feinstaub ist für den Milbenallergengehalt der Raumluft verantwortlich. Wegen ihres häufigen Vorkommens im Bett treten die Beschwerden v.a. nachts auf. Auch bei Hausarbeit kommt es bei empfindlichen Personen zu Problemen, was bei Kenntnis des hauptsächlichen Vorkommens im Haushalt leicht nachvollziehbar ist (Staubsaugen, Teppich- oder Matratzenklopfen, Wechsel der Bettwäsche).

Ziel muß es sein, die Milben soweit möglich zu reduzieren und ihre Lebensbedingungen möglichst ungünstig zu gestalten. Bei einer Milbenallergenkonzentration von unter 2 µg/g Staub soll eine Sensibilisierung, also Allergieentstehung, bei einer Konzentration von unter 10 µg/g Staub die Auslösung von Heuschnupfen- und Asthmasymptomen verhindert werden.

Zur Milbensanierung kann man folgendes Vorgehen empfehlen

  • Überprüfen der Milbenallergenbelastung:
    Ob eine nennenswerte Milbenbelastung vorliegt, läßt sich mit der Guanin-Methode (z.B. Acarex-Test) einfach austesten. Dies sollte immer der erste Schritt sein, da die Wohnraumsanierung recht teuer ist.
  • Töten vorhandener Milben:
    Dies erfolgt mit sogenannten Akariziden. Zur Oberflächenbehandlung gibt es Mittel  für Fußböden, Wände, Teppichböden, Polstermöbel und andere Wohntextilien.
    Eine wirksame Verringerung der Milbenallergenbelastung erreicht man durch Behandlung von Teppichböden und Polstermöbeln, deren akarizide Behandlung sich daher etwa alle 4 Monate empfiehlt.
  • Entfernung von Milbenallergenen:
    Mechanische Reinigung (z.B. Staubsaugen, Wischen, Ausklopfen, Kehren) bewirkt eine Verminderung der Allergene durch Beseitigung von Kotbestandteilen und toten Milbenkörpern. Lebende Milben können damit aber nur in geringem Maße reduziert werden, da sich Milben in den tiefen Abschnitten textiler Fasern aufhalten. Außerdem müssen bei Staubsaugern zur Rückhaltung der eingesaugten Allergene Feinstaubfilter angewandt werden, um allergenhaltigen Staub nicht aufzuwirbeln.

    Werden Textilien (Bettwäsche, Kleidung) etwa 60 Minuten einer Temperatur von über 60 °C ausgesetzt  (naß oder trocken), so werden hierdurch die Milben abgetötet. Kleidungsstücke, die solche Temperaturen nicht vertragen, können bei 30°C in Waschlauge mit Waschzusätzen (z. B. Benzylbenzoat) gereinigt werden. Kuscheltiere können ähnliche behandelt oder über Nacht im Tiefkühlfach (-20 °C) aufbewahrt werden. Gardinen und Vorhänge brauchen nicht entfernt zu werden.

Verhinderung des Kontaktes mit Milbenallergen

Milben- und allergendichte Bezüge für Matratzen, Decken und Kissen sind undurchlässige Membranen aus Polyurethan, Polytetrafluoroethylen oder Polyethylen. Derartige Bezüge verringern innerhalb weniger Tage die Konzentration  von Hausstaubmilbenallergenen in der Einatemluft um bis zu 98% und verringern somit   Symptome und Medikamentenverbrauch. Die verwendeten Bezüge sollten alle 7 Tage bei  >60°C gewaschen werden.

Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf Versorgung mit entsprechenden Bezügen auf Kosten der Krankenkassen (Urteil Az: S 75 KR 367/92, Sozialgericht Berlin).

Schaffung ungünstiger Lebensbedingungen für die verbliebenen Milben

Die relative Luftfeuchtigkeit sollte verringert werden. Dies gelingt z.B. durch regelmäßiges Lüften und Beseitigung von Feuchtigkeitsquellen.Weiterhin ist auf eine niedrige Raumtemperatur zu achten. Im Schlafzimmer sollten nicht mehr als 15°C herrschen.Temperatur und Feuchtigkeit in Wohnräumen werden entscheidend durch die Art der Raumheizung bestimmt. Besonders ungünstig sind hier ungleichmäßig beheizte Räume, z. B. durch Öfen, aber auch Heizungen mit Gebläse (Nachtspeicheröfen), günstig sind demgegenüber Fußbodenheizungen

Milben ernähren sich nicht von Textilfasern, sondern von menschlichen Hautschuppen. Deshalb bringt die weitgehende Verwendung  synthetischer Materialien keine Vorteile. Sinnvoll sind hingegen glatte Bezüge beispielsweise aus Leder oder Kunststoff.

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